Als Winzling auf und nach dem Stadtfest, oder: Winzlinge und die Stadtreinigung

  • Hallo liebe Forengemeinde,

    ich möchte mich mal einem Thema widmen, welches mir immer wieder durch den Kopf spukt: Das Schicksal von Winzlingen, die ein Stadtfest besuchen, bzw. dessen "Aftermath" erleben, sprich das nach dem Fest stattfindende Aufräumen und Saubermachen durch die Stadtreinigung. Ich stelle mir dabei gerne vor, in etwa die Größe eines Erdnussflips zu haben. Natürlich wäre das Fest selbst für uns Winzlinge schon eine Gefahr für sich, hier nicht zertrampelt zu werden, grenzt wohl an Glücksspiel. Aber es würden sicherlich eine schaffen, dem aus dem Weg zu gehen. Wenn aber das Fest vorbei ist, beginnt das Aufräumen: Schon wegen ihrer geringen Größe würden es nie alle Winzlinge rechtzeitig schaffen, das Gelände zu verlassen und wären der Stadtreinigung hilflos ausgeliefert. Ein schnelles und jähes Ende würden auch hier wieder die Winzlinge erfahren, die einfach unter den massiven Arbeitsstiefeln der Arbeiterinnen zerquetscht würden. Durch die dicken durchtrittsicheren Sohlen der Stiefel würden die Arbeiterinnen wahrscheinlich auch nichts davon spüren, wenn ein Winzling ganz oder teilweise darunter kommen würde. Andere Winzlinge wiederum würden mit dem Unrat auf der Straße (Zigarettenstummel, heruntergefallene Pommes und andere Snacks, etc.) mit den Besen zu Haufen zusammengekehrt. Gegen die harten Borsten der Besen könnten die Winzlinge natürlich nichts ausrichten und müssen hilflos über sich ergehen lassen, zusammengekehrt zu werden. Fährt die Stadtreinigung schwereres Gerät auf, könnten die Winzlinge auch von Kehrmaschinen aufgekehrt und eingesaugt werden, oder von fahrbaren Abfallsaugern, die für Zigarettenstummel und ähnliches da sind. Sie würden dann durch die Schläuche der Maschinen in einen Auffangbehälter gesogen werden.

    Am Ende bliebe von den Winzlingen auf dem Festgelände nichts mehr übrig. Am meisten würden von ihrer Existenz die Reste zeugen, die auf den Stiefeln und dem Arbeitsgerät zurückgeblieben sind. Vielleicht hätte der eine oder andere Winzling auch versucht, sich auf die Schuhe der Stadtreinigerinnen zu flüchten. aber ich zweifle an der Erfolgswahrscheinlichkeit.

    Wie seht ihr dieses Szenario? Würdet ihr versuchen zu fliehen? Glaubt ihr, ein solches Szenario überstehen zu können? Und für die Riesinnen, würdet ihr mit solchem Gerät Jagd auf die Winzlinge machen, oder sie einfach nicht beachten? Ich freue mich auf eure Schilderungen und Meinungen!

  • Ein interessantes Szenario.


    Das Problem könnte sein, dass während des Festes wenigstens kein Kerl auf einen latscht. 😉

    Und bei der Stadtreinigung arbeiten immer noch überwiegend Männer, von denen ich mich ungerne.

    Ein Fest oder Konzert, dass überwiegend von den Damen der Schöpfung besucht wird, käme mir da eher gelegen. 😊 Am liebsten ein Festival, das auf Wiesen stattfindet. Aus nächster Nähe erleben zu dürfen, wie die Ladys mit ihren Sneakern oder Boots so nach und nach die Wiese platt treten, ohne sich auch nur im geringsten Gedanken darüber zu machen. Oder es geraten auch mal weggeworfene oder verlorene kleine Gegenstände unter ihre Sohlen. Eine neugierige Hummel, die sich an den wenigen, noch nicht platt getretenen Kleeblüten gütlich tun möchte, erwischt es, weil einer der Dame aus einer Laune heraus einen unbedachten Schritt rückwärts macht, während sie mit ihren Freundinnen klönt - plättet das große dicke Insekt einfach unbemerkt unter ihren Doc‘s mitsamt der Kleeblüte! Diese weibliche Kraft und Macht zu erleben, zu spüren, während ich andächtig an ihrem endlos langen Bein empor schaue, dieser Inkarnation aus Kraft und erhabener Anmut.

    Und dann irgendwann selber zertreten zu werden, wobei die Millisekunden zu Minuten werden: Es ist ja „nur“ eine weiche Sneakersohle, die mich erfasst und mich langsam in den weichen Boden drückt. Aber so sanft die erste Berührung auch war, steigt der Druck einfach weiter an, überwältigt mich einfach bis die ersten Knochen brechen und mein Körper schliesslich unter dem ungeheuren Druck zerplatzt. Vielleicht hat sie sogar etwas unter ihrem Fuß gespürt, aber dieser unbedeutenden Unebenheit auf der Wiese keine Beachtung geschenkt - zumal der kleine weiche Hubbel unter ihrem Fuß schnell nachgibt, und sie einfach darauf stehen bleibt…

  • Zitat

    Und bei der Stadtreinigung arbeiten immer noch überwiegend Männer, von denen ich mich ungerne.

    Diesen Umstand blende ich für mein Kopfkino an der Stelle einfach aus und stelle mir ein weibliches Stadtreinigungsteam vor - aus demselben Grund :D


    Zitat

    Und dann irgendwann selber zertreten zu werden, wobei die Millisekunden zu Minuten werden: Es ist ja „nur“ eine weiche Sneakersohle, die mich erfasst und mich langsam in den weichen Boden drückt. Aber so sanft die erste Berührung auch war, steigt der Druck einfach weiter an, überwältigt mich einfach bis die ersten Knochen brechen und mein Körper schliesslich unter dem ungeheuren Druck zerplatzt. Vielleicht hat sie sogar etwas unter ihrem Fuß gespürt, aber dieser unbedeutenden Unebenheit auf der Wiese keine Beachtung geschenkt - zumal der kleine weiche Hubbel unter ihrem Fuß schnell nachgibt, und sie einfach darauf stehen bleibt…

    Eine traumhafte Vorstellung. Vielleicht bleibt sie auf dem Hubbel auch kurz stehen, weil sie warten muss oder kurz was auf dem Handy nachschaut und scharrt mit dem Fuß ein wenig hin und her... selbst wenn ich den Druck des einfachen Auftretens überlebt hätte, würden die Scherkräfte meinen Körper auseinanderreißen und nichts als Matsch hinterlassen...


    Wenn das Zertreten auf der Platzfläche passiert, kommt natürlich noch die Erniedrigung dazu, beim Reinigen des Festplatzes einfach mit dem restlichen Dreck weggesäubert zu werden, auch wenn man davon dann - leider - nichts mehr mitbekommen würde.

  • Nun ist es erwiesenermaßen so, dass sich gerade in stressigen oder unübersichtlichen Situationen Winzlinge schnell zu kleinen Gruppen zusammenfinden. In der Hoffnung, so eine gewisse Sicherheit und gegenseitigen Schutz zu erhalten...

    Mit einem leichten Schmunzeln wird die Auszubildende der Stadtreinigung auf eine solche Gruppe aufmerksam, während sie gerade dabei ist, Kartons und Abfallsäcke in einen Müllwagen zu werfen. Sie macht nur zwei tänzelnde Schritte seitwärts, dann schwebt ihr rechter Fuß auch schon über der kleinen Horde von 15 Minimenschen. Kurz hält sie inne, gerade Zeit genug dafür, dass die kleinen Menschen die Situation begreifen können. Entsetzt und voller Panik blicken diese nun auf die Sohle des gigantischen Stiefels über ihnen. Aber es geht alles viel zu schnell, sie haben keine Chance zu entkommen. Die junge Frau spürt nur ein leichtes Knirschen, als die Winzlinge unter dem groben Profil ihrer Stiefel zermalmt werden.
    Mit einer Mischung aus Belustigung und Verachtung betrachtet sie kurz den feuchten Fleck auf der Straße - alles, was von den kleinen Menschen übrig geblieben ist - dann setzt sie ihren Weg unbekümmert fort.

    ...

    Ach ja, schön... :S
    Was ich an dem Szenario cool finde ist die Idee, dass die Winzlinge einfach nur Dreck sind, der beseitigt werden muss.
    Im Zweifelsfall werden dutzende einfach weggesaugt oder eben beiläufig zertreten. So viele Einzelschicksale... ;)

  • Nun ist es erwiesenermaßen so, dass sich gerade in stressigen oder unübersichtlichen Situationen Winzlinge schnell zu kleinen Gruppen zusammenfinden. In der Hoffnung, so eine gewisse Sicherheit und gegenseitigen Schutz zu erhalten...

    Mit einem leichten Schmunzeln wird die Auszubildende der Stadtreinigung auf eine solche Gruppe aufmerksam, während sie gerade dabei ist, Kartons und Abfallsäcke in einen Müllwagen zu werfen. Sie macht nur zwei tänzelnde Schritte seitwärts, dann schwebt ihr rechter Fuß auch schon über der kleinen Horde von 15 Minimenschen. Kurz hält sie inne, gerade Zeit genug dafür, dass die kleinen Menschen die Situation begreifen können. Entsetzt und voller Panik blicken diese nun auf die Sohle des gigantischen Stiefels über ihnen. Aber es geht alles viel zu schnell, sie haben keine Chance zu entkommen. Die junge Frau spürt nur ein leichtes Knirschen, als die Winzlinge unter dem groben Profil ihrer Stiefel zermalmt werden.
    Mit einer Mischung aus Belustigung und Verachtung betrachtet sie kurz den feuchten Fleck auf der Straße - alles, was von den kleinen Menschen übrig geblieben ist - dann setzt sie ihren Weg unbekümmert fort.

    ...

    Ach ja, schön... :S
    Was ich an dem Szenario cool finde ist die Idee, dass die Winzlinge einfach nur Dreck sind, der beseitigt werden muss.
    Im Zweifelsfall werden dutzende einfach weggesaugt oder eben beiläufig zertreten. So viele Einzelschicksale... ;)

    Dankeschön :) ja das ist auch, was mich an dem Szenario so reizt. Dazu kommt für mich, dass gerade schwere Arbeitsstiefel und Arbeitshandschuhe eine zusätzliche "Barriere" gegen die Winzlinge sind. Allein schon durch die Dicke der Sohle bzw. des Handschuhmaterials bekommt die Frau ja noch weniger von den Winzlingen mit, als ohne diesen Schutz. Ich finde, das verdeutlicht das Machtgefälle nochmal auf eine besondere Art. Plus, ich finde Arbeitsstiefel einfach heiß :D von Außen wie von Innen sind sie einfach ein tolles Instrument achtloser Grausamkeiten.


    Um mal ein bisschen fortzuspinnen....

    Hinter der Stadtreinigerin fegt eine Kleinkehrmaschine mit schabenden Bürsten die kümmerlichen Reste der Winzlinge zusammen. Ihre Reste werden von den Sprühdüsen der Maschine befeuchtet, und was an Einzelteilen vom Boden ablösbar ist von den Bürsten zum Sauger getragen, der Rest bleibt als dunkler Fleck in der feuchten Fahrspur der Maschine kaum zu erkennen. Die Stadtreinigerin arbeitet währenddessen voller Freude an ihrem Job weiter: Der nächste Karton wandert in den Müllwagen vor ihr. Doch ausgerechnet unter diesem hat eine weitere Gruppe Winzlinge vergeblich versucht, Schutz zu suchen. Als sie den Karton fest mit ihren dicken Arbeitshandschuhen greift sieht sie, dass einige der Winzlinge sich an dem Karton festgehalten hatten. Sie waren bis zur Kante hochgeklettert, wohl um sich einen Aussichtspunkt zu verschaffen. Sie grinst, als sie sieht, dass sie zwei der Winzlinge mit ihrem Griff nach dem Karton schon zerquetscht hatte: Dem Druck der ledernen Arbeitshandschuhe auf die Pappe hatten ihre Körper nicht standgehalten. Ihr Brei gesellte sich zu dem restlichen in die Handschuhe eingearbeiteten Schmutz. Ein paar Winzlinge versuchen nun von dem Karton über ihre Handschuhe zu flüchten. Die Stadtreinigerin wirft den Karton leichthändig in die Schüttung des Müllwagens und streicht sich den Handschuh an der schmutzigen leuchtorangenen Arbeitshose ab. Zwei weitere Winzlinge enden als Striemen, die neben dem restlichen Staub und Schmier auf der Hose gar nicht auffallen. Ein Winzling schafft es tatsächlich ungesehen in den Spalt zwischen der orangenen Fleecejacke und den Handschuh zu flüchten - wir werden wohl nie erfahren, ob er es in die Freiheit geschafft hat, oder zwischen ihren schweißfeuchten Händen und dem gepolsterten Innenleben des Handschuhs zerrieben wurde. Kurz überlegt die Stadtreinigerin, auch diesen Haufen Winzlinge einfach zu zertreten, doch ihre Kollegin winkt sie zu sich heran, also zuckt sie mit den Schultern, und die Winzlinge sehen die gewaltigen Arbeitsstiefel über sich hinweg verschwinden.

    Doch sind sie damit gerettet? In ihrer Faszination über die gewaltige Arbeiterin haben sie das Gerät übersehen, was hinter ihr fährt... Mit einem gewaltigen Schaben rauschen die Drahtbürsten der Kehrmaschine auf die Winzlinge zu. Die Drahtbürsten schleudern sie in die Fahrspur der Maschine, wer nicht schon von den Borsten zerdrückt wird, fliegt auf den Saugstutzen zu und wird gemeinsam mit Staub, Blättern, Zigarettenstummeln und ähnlichem Unrat in die Maschine gesogen. Manche der Winzlinge bleiben im Filter der Sauganlage hängen, andere landen in der großen Tonne, in der der aufgesogene Dreck gesammelt wird. In Schichten liegen hier andere Winzlinge, Blätter, Kippen, zermatsche Pommes, aller Müll der einzeln zu aufwändig einzusammeln wäre. Wenn sie Glück haben, schaffen sie es vielleicht, sich nach Abschalten der Maschine zu befreien. Wenn nicht... gibt es für den Dreck nur einen Weg ohne Wiederkehr...

  • ...was solche (S3-)Arbeitsstiefel angeht ist auch noch zu berücksichtigen, dass sie eine durchtrittsichere Solhe haben - früher aus einer Zwischensohle aus Stahlblech, heute meistens aus Kevlar. Dazu Zehenschutzkappen - früher als "Stahlkappen" ausgeführt, heute auch eher aus Kevlar.

    Ok: Für den Winzling ist es zuletzt egal, ob er unter einen weichen Sneaker gerät, oder unter einem robusten Arbeitsstiefel endet. Aber die Vorstellung, dass SIE mit solchem Schuhwerk höchstens zufällig mitbekommt, wenn soetwas kleines unter ihre Sohle gerät, finde ich nochmal aufregender.

  • ...was solche (S3-)Arbeitsstiefel angeht ist auch noch zu berücksichtigen, dass sie eine durchtrittsichere Solhe haben - früher aus einer Zwischensohle aus Stahlblech, heute meistens aus Kevlar. Dazu Zehenschutzkappen - früher als "Stahlkappen" ausgeführt, heute auch eher aus Kevlar.

    Ok: Für den Winzling ist es zuletzt egal, ob er unter einen weichen Sneaker gerät, oder unter einem robusten Arbeitsstiefel endet. Aber die Vorstellung, dass SIE mit solchem Schuhwerk höchstens zufällig mitbekommt, wenn soetwas kleines unter ihre Sohle gerät, finde ich nochmal aufregender.

    Absolut!

    Zugleich und zudem folgt für mich die Vorstellung, in welche Hölle ein Winzling geraten würde, der es in einen solchen Stiefel schafft.

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