Natürlich wollte ich von Luna mehr wissen, doch als ich in ihrem Zimmer gehen wollte, hielt mich Jade zurück und bat mich, auf dem Sofa zu sitzen. Sie setzte sich daneben, zog ihre Schuhe aus und legte sich hin und legte ihre Füße einfach auf meinen Schoss. Sie waren verschwitzt und stanken so heftig nach Schweiß, dass mir fast schon schlecht wurde. Verstärkt wurde dieser Effekt noch durch ihre Strumpfhose und ich konnte sogar das eine oder andere Tattoo auf ihren Beinen erkennen.
"Meine Cousinen sind manchmal etwas dämlich", sagte sie. "Und wenn sie dich noch einmal anfallen sollten, gibst du mir sofort Bescheid, indem du laut meinen Namen rufst. Als nächstes massierst du mir meine Füße."
Ich hatte geglaubt, dass ich nicht richtig höre. Wieso sollte ich ihre verschwitzten Füße massieren?
"Nein", erwiderte ich und sah sie an. "Du kannst dir doch einen Termin beim Masseur geben lassen, aber ich will deine Füße nicht massieren."
"Das sieht aber ganz anders aus, wenn ich mir deine Beule in der Hose so ansehe. Findest du nicht auch?"
Ich wusste selber nicht, warum mich das erregte, aber als sie mit ihrem Fuß anfing sie zu streicheln, stand ich auf und sah sie an. Sie lag einfach nur auf dem Sofa und überschlug ihre Beine, während sich ihre Cousinen ins Fäustchen lachten. Noch dazu begann es plötzlich sehr ekelhaft zu stinken und als sie den Spruch "Huch, das war das Chili" sagte, hatte ich die Nase endgültig voll gehabt und machte das Jade auch sofort klar:
"Ich ziehe aus. Das macht mit dir überhaupt keinen Spaß! Du respektierst mich überhaupt nicht, dann werde ich von einer riesigen russischen Vampirin herumkommandiert, die angeblich Vorrang auf mein Zimmer hat und zu guter Letzt tauchte noch eine chinesische Vampirin auf, von der ich erfuhr, dass sie unheimlich giftig ist und sie mich schnell töten könnte. Lieber schlafe ich unter der Brücke als mit dir und deiner Sippschaft zusammenzuleben! Luna ist ja immerhin eine Hexe und vernünftig, aber ihr Vampire seid einfach nur rücksichtslos!"
Ich rechnete mit einer wütenden Reaktion von ihr, doch sie blieb locker auf dem Sofa liegen und zuckte nur mit den Schultern.
"Mach das ruhig. Ich wünsche dir viel Spaß bei der Wohnungssuche in dieser Stadt."
Am liebsten hätte ich ihr dafür eine Ohrfeige gegeben, aber sie ist groß und kräftig, zumal ich gegen sie als Vampirin sowieso keine Chance hatte. Dann sagte ich den Satz, der mein ganzes Leben auf den Kopf stellen sollte:
"Das werde ich haben. Aber gleichzeitig werde ich vor eurer WG warnen. Es gibt wirklich Hexen und Vampire!"
Jetzt stand Jade auf und ich sah direkt zu ihr hoch. Ihr Blick war todernst und ihre Augen gaben mir das Gefühl, als würde ich von ihr durchleuchtet werden.
"Wenn du das tust, wirst du es bereuen, hier eingezogen zu sein. Du kannst gerne ausziehen, aber wenn du etwas über unsere wahre Natur sagst, dann-"
Ich ignorierte die Drohung der Vampirin und begab mich sofort zum Fenster, welches ich öffnete. Als ich gerade laut los schreien wollte, zog mich Jade wieder hinein und im nächsten Moment spürte ich fürchterliche Schmerzen in meinem Hals, ehe sie plötzlich nachliesen. Dann ließ mich Jade los und ich hatte das Gefühl, dass der Raum immer größer und größer wurde. Ich klammerte mich an ihren Beinen, doch auch sie wuchsen immer mehr und mehr. Ich schlug wie wild gegen sie, doch ich hörte nur ein lautes Lachen und mir wurde klar, dass sie mich irgendwie geschrumpft hatte. Dummerweise hatte ich ihre Cousinen vergessen, die sofort angerannt kamen und dadurch ein Erdbeben auslösten. Ich konnte mich kaum auf dem Boden halten und Jade hielt ihren riesigen Fuß über mich, der nach wie vor verschwitzt war und unheimlich stank.
"Das wird nun dein neuer Lebensraum sein. Luna und ich hatten dich ja gewarnt, was passiert, wenn du uns verraten wirst. Tatsächlich hat Luna heute im Skaterpark schon einen anderen geschrumpft und in ihrem Zimmer wahrscheinlich schon entsorgt, aber von dir weiß sie ja noch nichts. Wenn du nicht zerquetscht werden willst, empfehle ich dir, meinen Fuß zu küssen."
Ich war so perplex gewesen, dass ich einfach das tat, was sie von mir verlangte. Sie war nun unfreiwillig meine Göttin geworden und ich konnte nichts dagegen tun, als mein Leben an mir vorbeizog...