Kapitel 8: Der Morgen danach
Als Laura am nächsten Morgen erwachte, hörte sie Stimmen. Sie blieb deshalb ruhig mit geschlossenen Augen liegen und lauschte erst einmal.
„Wir sollten vielleicht nicht zu nahe stehen. Sie könnte jeden Augenblick aufwachen und wer weiß, wie sie auf uns reagiert.“, meinte eine sehr tiefe männliche Stimme. Etwas an dieser Stimme war seltsam. Sie wirkte fast schon zu tief.
„Aber wann hat man mal die Möglichkeit einem Homo Sapiens dieser Größe so nahe zu kommen?“, antwortete eine sehr hohe weibliche Stimme. Auch diese wirkte fast schon zu hoch.
„Sie müsste bald erwachen. Halte dich ein wenig zurück.“, erklang wieder die tiefe Stimme.
Wer auch immer dort war, hatte anscheinend noch nicht bemerkt, dass sich ihre Atmung leicht beschleunigt hatte, obwohl diese sehr laut für die Menschen sein musste. Daran hätten sie erkennen können, dass Laura ihnen bereits lauschte.
Die blonde [lexicon='Riesin',''][/lexicon] hielt es nicht länger aus und öffnete ihre grünen Augen. Nur Schemenhaft konnte sie sich an die Ereignisse der letzten Nacht erinnern. Es wirkte zuerst, wie ein schlechter Traum. Sie lag zusammengekauert sich auf einer Lichtung, mit der etwas nicht stimmte.
Zuerst bemerkte sie, dass an den Bäumen am Rand die Äste abgebrochen waren. Dann fiel ihr der unbequeme grüne Boden auf. Sie sah umgestürzte Bäume, deren Äste unter ihrem großen Gewicht einfach abgebrochen waren. Als sie sich leicht bewegte, war ein leises Knacken unter ihr zu hören.
In dem Moment, als sie realisierte, dass der Traum die Realität gewesen war, entdeckte sie direkt vor ihren beiden Brüste eine junge Frau. Diese stand unmittelbar neben einer ihrer Brustwarzen.
„Schnell weg da. Sie ist wach.“, schrie die dunkle Stimme.
Laura erkannte ihren Besitzer unter den Bäumen am Rand der Lichtung, die sie erschaffen hatte. Im nächsten Moment sah sie die junge Frau zu ihm laufen.
Verschlafen setzte sie sich auf und verdeckte mit ihren Füßen ihren Schritt, ehe sie ihren linken Arm nutze, um ihre beiden Brüste zu verhüllen. Ihre Wangen waren gerötet und dennoch musterte sie die beiden neugierig. Irgendwie waren sie anders, als alle Menschen, die sie bisher gesehen hatte.
Doch bei ihrer jetzigen Größe konnte sie das nur schwer einschätzen. Leise sagte sie: „Habt keine Angst. Ich werde euch nichts zu tun.“
Bei diesen Worten kamen direkt die Erinnerungen an die letzte Nacht wieder in ihr hoch. Sie zuckte zusammen und es kostete sie einiges an Beherrschung nicht noch einmal aufzuschreien.
Danach musste sie gähnen und streckte ihre beiden Arme in die Luft. Dabei entblößte sie ihre beiden Brüste, die wild wackelten. Schnell nutzte sie wieder ihren linken Arm, um sie wieder zu verbergen.
Ihr Blick fiel erst jetzt auf das runde Luftschiff, welches hinter den beiden Leuten von einem Busch nur halb verdeckt wurde. Sei weitete ihre Augen, als sie erkannte. Es war jenes Schiff, welches sie in vorletzten Nacht in eine [lexicon='Riesin',''][/lexicon] verwandelt hatte.
„Wer seid ihr? Wollt ihr mich noch größer machen?“, fragte die junge Frau ängstlich. Sie fürchtete sich davor, noch größer zu werden. Die Gefahr war einfach zu großen, dass unter ihrem gewaltigen Körper noch weitere Menschen zerquetscht wurden.
Der Mann antwortete emotionslos: „Wir kommen von einem fernen Sonnensystem, welches am anderen Ende der Milchstraße in der habitablen Zone liegt. Durch eine Raumkrümmung, sind wir zu diesem Planeten gekommen, den unsere Spezies vor mehreren tausend Jahren entdeckt hat.“
Mit offenen Mund starte Laura die beiden Wesen von einem anderen Planeten an. Eigentlich wollte sie ihnen nicht glauben, aber sie waren anders. Das konnte sie spüren.
„Nehmen wir mal an, ihr sagt die Wahrheit. Warum habt ihr mich mit diesen roten Strahl wachsen lassen?“, fragte sie unsicher.
Dieses Mal war es die Frau die etwas sagte: „Wir sind auf diesen Planeten gekommen, um die Bewohner zu erforschen. Es war nicht unsere Absicht in das Leben der Homo Sapiens einzugreifen. Der rote Strahl, den du gestern gesehen hast, sollte eigentlich ein Scanner sein. Stattdessen ist handelt es sich um einen hochenergetischen Strahl. Anscheinend ist er in der Lage deine Spezies zum Wachsen zu bringen.“
Laura verschränkte die Arme vor ihrer Brust und blickte die beiden nachdenklich an. Sie wusste, dass sie in gewisser Weise bedrohlich Aussah.
„Wieso sollte ich euch beiden diese Geschichte glauben?“, fragte sie.
„Unsere Spezies kann nicht lügen.“, meinte der Mann.
Laura vergaß für einen Augenblick die letzte Nacht und beugte sich nach vorne, um die beiden Aliens genauer betrachten zu können. Diese wichen sofort einen Schritt zurück. Die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] sagte: „Ihr beide könntet genauso gut lügen. Allerdings kommen wir nicht sehr weit, wenn ich euch nicht glaube.“
Sie überlegte kurz, wobei sie mit ihren beiden Händen die Bewohner von einem anderen Stern schnappte, ehe diese ihr entwichen konnte.
Ängstlich sahen sie der [lexicon='Riesin',''][/lexicon] in die großen Augen, während Laura sie musterte. Sie erkannte das die Ohren der beiden spitzer waren. Ihr Gesicht hatte etwas katzenhaftes und ihre Augen waren tiefschwarz. Dazu wirkten sie etwas größer als normale Menschen. Dazu trugen sie keine Kleidung und ihre Haut war leicht rötlich, so als hätten sie einen Sonnenbrand.
Vorsichtig setzte sie die beiden wieder ab. Obwohl es für die beiden Aliens anscheinend normal war, so viel nackte Haut zu sehen, war es der [lexicon='Riesin',''][/lexicon] immer noch peinlich. Eilig verdeckte sie ihre beiden Brüste wieder hinter ihrem linken Arm.
„Mein Name ist Laura. Eigentlich habe ich in einem Krankenhaus gearbeitet und war auf den Weg nach Hause von der Arbeit. Nachdem ich gewachsen bin, wurde ich von meinem Freund abgewiesen und von Medizinern und Militärs beobachtet. Letzte Nacht bin ich auf eines der Zelte getreten, weil alles so dunkel war. Es ist so schrecklich.“
Sie fing an zu weinen. Aber irgendwie fiel auch eine Last von ihr, da sie ihre Gefühle geschildert hatte. Die beiden Aliens sahen sie stumm an. Anscheinend wussten sie nicht, wie sie mit einer solchen Situation umgehen sollten.
„Unser Name ist Tharian. Ich bin Thar und er ist Ian. Wir verstehen nicht, wie unser Volk uns belügen konnte. Um darauf eine Antwort zu finden, müssten wir euch Homo Sapiens erforschen.“, meinte die junge Frau.
Ian sagte irgendetwas zu seiner Frau, doch Laura war zu weit weg, um auch nur ein Wort zu verstehen. Es stand eine Diskussion zwischen den beiden, ehe sie anscheinend zu einem Kompromiss kamen.
„Wir haben eine Idee, wie wir eine Lösung fingen können. Am besten stellst du dich dafür hin.“, meinte Thar emotionslos.
Der [lexicon='Riesin',''][/lexicon] blieb nichts anderes übrig, als sich hinzustellen und den beiden fürs Erste zu vertrauen. Sie sah, wie die beiden in das runde Raumschiff durch eine Luke schlüpften. Kurz darauf stieg es lautlos in die Luft und flog vor Laura in der Luft.
Neugierig blickte sie das fremde Schiff an. Sie konnte nicht genau sagen, womit es betrieben wurde. Womöglich handelte es sich um einen Antrieb, den die Menschen nicht verstanden.
Als die fliegende Untertasse auf der Höhe ihres Kopfes war, war ein leises Piepen zu hören. Im nächsten Moment badete Laura in einem roten Licht. Nun verlor das Schiff wieder an Höhe und das Licht wanderte von ihrem Kopf ihren gewaltigen Körper hinunter.
Zurück blieb eine eisige Kälte. Ihr Atem stieg als weiße Wolke gen Himmel. Sie konnte sich noch sehr genau an das erste Mal erinnern, als sie von demselben roten Strahl getroffen wurde.
Die Luft um ihr herum fühlte sich an, als hätte man ihr eine Menge Wärme entzogen. Laura klapperten die Zähne, als sie versuchte zu sprechen. Sie hatte Angst davor zu wachsen und gleichzeitig fragte sie sich, ob die Aliens sie reingelegt hatten.
Als das Schiff ihre beiden [lexicon='Füße',''][/lexicon] erreicht hatte, wurde der [lexicon='Riesin',''][/lexicon] schwindelig. Es war nicht so schlimm, wie beim ersten Mal. Sie konnte ein leichtes Prickeln auf ihrer Haut spüren und im nächsten Moment begann sie zu wachsen.
Für sie sah es so aus, als würde ihre Umwelt weiter schrumpfen. Die Kälte wich langsam und stattdessen badete ihr riesiger Körper in dem Licht der warmen Sonne. Mit zunehmender Größe verschwand das Schwindelgefühl.
Die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] blickte neugierig an ihrem Körper herunter, um dabei zuzusehen, wie die Welt, wie sie sie kannte, in noch weitere Ferne rückte. Sie meinte die Kraft zu spüren, die ihren wachsenden Körper ergriff.
Sie ertappte sich dabei, wie sie die Menschen mit Insekten verglich. Im Vergleich zu ihr wurden sie immer kleiner und unbedeutender. Sie konnte bereits die Stadt in der Ferne sehen, als das Wachstum aufhörte.
Als sie das prickelnde Gefühl der Macht verließ, erschreckte sich Laura selber über ihre Gedanken. Genauso machte ihr ihre Größe Angst. Sie war gigantisch.
„W-wie g-groß b-bin i-ich?“, stotterte sie.
Das Raumschiff flog an ihren beiden Brüsten vorbei und schwebte vor ihrem Gesicht. Vorgestern war es ihr noch groß vorgekommen, doch jetzt war es winzig. Sie streckte eine Hand danach aus und stellte fest, dass diese Größer war.
„Du bist etwas mehr als 150 Meter groß. Damit hast du etwa da 87-fache deiner ursprünglichen Größe. Die Welt müsste für dich wie eine Modelleisenbahn aussehen. Dein Gewicht beträgt 30...“
Sofort unterbrach die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] Ian: „Das ist unhöflich.“
„Interessant.“, antwortete er. „Bei uns ist es üblich solche Daten über einen selber zu übermitteln, da jeder von uns einen gewisse Wunschvorstellung von Kraft, Größe und Ausdauer hat.“
Laura hörte ihn kaum zu. Ihre neue Größe war gewaltig. Sie überlegte, ob überhaupt eins der Gebäude in der Stadt auch nur annähernd so hoch waren. Sie erinnerte sich an die Modelleisenbahn ihres Onkels, mit der sie einmal gespielt hatte. Alles war ihr so winzig und unbedeutend vorgekommen.
Sie blickte nachdenklich auf das Raumschiff. Es verwirrte sie, dass sie nicht sauer auf die beiden Aliens war. Dennoch stellte sie die Frage: „Warum habt ihr das getan?“
Thar antwortete ihr: „Wir mussten genau überprüfen, welche Auswirkungen der energetische Strahl auf dich hat. Es würde uns außerdem interessieren, wo seine Grenzen sind. Wenn du also noch größer werden möchtest, musst du nur Bescheid geben.“
Fassungslos blickte Laura das kleine Raumschiff an. Am liebsten hätte sie es zwischen ihren Händen zerstört. Sie wusste aber auch, dass damit ihre letzte Hoffnung zerstört wurde, wieder ihre normale Größe zu erreichen.
„Ich möchte das nicht.“, sagte sie eilig.
Doch tief in ihr war ein Teil von ihr, der von ihrer neuen Größe und der damit verbundenen Kraft und Macht begeistert war. Genauso wie tief in ihr die Triebe eines Raubtiers noch immer verankert waren.