Kapitel 12
Als das Licht ausging, sah Robyn erst nur Flecken. Aber kurz darauf informierten ihre Augen sie wieder wo sie war. Sie befand sich in einen Raum, lag auf ein Bett, und als sie aus dem Fenster schaute, erschrak die Ex-Riesin. Sie war im Weltraum. Sie konnte die Erde sehen, viele tausend Kilometer unter ihr. Robyn sah jetzt auch die Zerstörung die sie verursacht hatte- halb Asien war überschwemmt und Afrika in zwei geteilt.
Paul, der Wissenschaftler aus das Forschungszentrum, stand neben ihr und lächelte.
"Glückwunsch," sagte er und Robyn erschrak erneut, da sie ihn nicht bemerkt hatte. "Du hast gerade die meisten Menschen umgebracht. Wie wir es vorausgeplant hatten. Jetzt können wir einen Neustart machen."
"Eh, was?" fragte Robyn. Sie wusste nicht mehr was los war.
"Lass es mir erklären," fuhr Paul fort. "Ich bin ein Wissenschaftler einer Geheimorganisation namens "Die zweite Renaissance". Wir glauben das die Menschheit völlig verdorben und bösartig geworden ist. Deshalb sind wir der Meinung, es müsse einen Neustart geben. Wir haben zehntausend Menschen, Männer und Frauen, mit anständigen Charakter und gute Gesundheit, ausgesucht. Die sollen die Erde neu bevölkern um eine bessere Zivilisation zu gründen. Keine ungerechte, korrupte und egoistische Gesellschaft wie jene, die du gerade zerstört hast, sondern eine welche auf die Prinzipien der Gerechtigkeit, Frieden und Tugend basiert ist."
Paul lächelte und fuhr fort:
"Aber erst mussten die schlechten Menschen mit ihre minderwertigen Gene ausgelöst werden. Statt einen langen und unvorhersagbaren Krieg zu führen sollte eine einzige Person das machen. Nach langem Denken und Diskutieren entschieden wir uns dafür, eine Person gigantisch groß zu machen, damit er oder sie unverwundbar und unbesiegbar sein würde. Deshalb bauten wir den Bio-Enhancer und suchten uns genaustes eine Person aus um wachsen zu lassen. Diese Person musste die Macht, die ihre Größe sie gab, ausbeuten und alles und jeden zerstören. Sie musste das gigantisch sein lieben. Diese Person warst du, Robyn."
"Ich?" wunderte Robyn sich.
"Ja, du. Du bist auserwählt aus vielen, vielen potentielle Kandidaten um unser Riese, in deinem Fall Riesin, zu werden. Wir studierten dich heimlich, fanden deine Angewohnheiten, Vorzüge und sonstiges heraus. Wir sahen deine Facebook-Seite und dachten uns ein Plan aus, um dich den Bio-Enhancer benutzen zu lassen. Da wir wussten, das du heimlich eine Riesin sein wolltest, wussten wir auch, dass du denn Bio-Enhancer benutzten würdest. Manche deiner Facebook "Freunde" waren geheime Mitarbeiter unserer Organisation. Die haben mit dir gechattet um so mehr über dich und deine Fantasien heraus zu finden.
Es war deshalb auch kein Zufall, das Herr Crows deinen Verein gekauft hat, dich einen guten Vertrag anbot. Wir wollten nicht, dass du Philadelphia verlassen würdest, wo wir den Bio-Enhancer schon hingestellt hatten. Und logisch, das ganze Training im Forschungsgebäude, das war nur ein Trick um dich den Bio-Enhancer zu zeigen. Ja, alles war deinetwegen geplant.
Unter unsere Mitglieder sind auch ein paar Milliardäre. Die haben das ganze Forschungsprojekt, um den Bio-Enhancer zu bauen, finanziert. Und auch diese Raumstation, die "Kolumbus", gehört uns. Genauso wie der Teleporter, der dich hierher gebracht hat und ein paar andere Sachen. Diese Leute gehören auch zu den zehntausend, mit ihre Frauen."
Paul grinste. Robyn hatte mit offenen Mund zugehört.
"Oh, und ich bin nicht gehbehindert," sagte Paul. Und Robyn sah nun das er ohne Krückstock herumlief. "Das gehörte alles zum Plan. Ich musste dich ja alleine zum Bio-Enhancer gehen lassen. Zuerst dir den Bio-Enhancer zeigen. Dann dich alleine dorthin schicken. Deshalb die Krücke und die Brille, die ich übrigens auch nicht brauche."
"Also WOLLTET ihr das ich so groß werde?" rief Robyn, völlig verwundert.
"Ja. Das war alles Teil unseres Plans,"antwortete Paul. "Und es ging besser, als wir erhofft hatten. Ich teleportierte mich aus dem Labor als du anfingst zu wachsen. Eine verborgene Kamera filmte dich. Ab diesem Moment haben wir deinen Fortschritt auf den Nachrichten gesehen. Als dann ein Großteil der Menschheit tot war, ließen wir dich wieder schrumpfen -ja, wir können die Effekte des Bio-Enhancers wieder rückgängig machen- und teleportierten dich hierher.
Erinnerst du dich an den Scann mit ionisiertem Wasserstoff im Labor? Das war bloß ein Scann um den Teleporter auf dich einzuloggen und dich hierher holen sobald die "Arbeit" da unter getan war. Die paar Überlebenden werden entweder sterben durch Krankheit oder vor Hunger, oder wir jagen und töten sie. Dann sind wir die einzigen Menschen."
"Aber... aber...," sagte Robyn, die ganz verwirrt war, "aber was, wenn man mich mit einer Atombombe getötet hätte? Ich meine, die..."
"Ach ja, das. Keine Sorge, daran hatten wir auch gedacht. Als ich mich hierher teleportiert hatte, aktivierte ich eine weitere von uns erfundene Maschine. Eine Naniten-Bombe. Diese mikroskopisch kleine Roboter waren programmiert Uran und Plutonium zu zerstören, die zwei Elemente die man für Nuklearwaffen braucht. Die schwärmten in Sekundenschnelle rundum den Erdball und vernichteten sämtliches Uran und Plutonium. Ein paar Momente vor dein Wachstum war jede Atombombe da unter nutzlos. Die Menschheit wird solche Waffen nie wieder benutzen," sagte er, lächelnd.
Robyn sagte nichts. Obwohl dieser Mann es ihr ermöglicht hatte, ihre Fantasien auszuleben, fühlte sie sich benutzt. Sie legte sich wieder hin.
"Keine Sorge," fuhr Paul fort. "Du hast das Richtige getan. Die Menschheit war verdorben. Nun werden wir hier die Ahnen einer neuen Menschensorte sein. Unzählige Generationen werden dich dafür ehren."
"Toll," sagte Robyn ironisch. Sie war müde.
"OK, jetzt gibt es noch eins," sagte Paul. "Robyn, willst du mich heiraten?"
"HEIRATEN?" Robyn saß wieder aufrecht. "Du bist verrückt! Sogar wenn du den letzten Mann auf Erden wärst..."
"Bin ich auch. Jedenfalls den letzten unverheirateten. Alle anderen hier sind schon vermählt. Fünftausend Männer und fünftausend Frauen. Du hast die Wahl. Entweder du heiratest mich, oder du wirst für immer alleine sein und leben wie eine Ausgestoßene," grinste Paul.
Robyn sah ihn an. Er sah nicht schlecht aus.
Und viel Wahl hatte sie ja nicht mehr....
ENDE