In einer weit entfernten Galaxie schwebte ein kleines Raumschiff durch das endlose Weltall. An Bord befand sich die Wissenschaftlerin Elissa. Ihre Mission: ferne Planeten mit intelligentem Leben entdecken und sie für die Galaktische Union anwerben.
Doch Elissa hatte ihre ganz eigenen Pläne für den Planeten, zu dem sie gerade unterwegs war – einen sogenannten SM (Sharp Member). So bezeichnete man Welten, auf denen die Wahrscheinlichkeit für höheres Leben besonders groß war.
Schon seit ihrer Jugend trug Elissa eine ungewöhnliche Obsession in sich – ein Verlangen, das kaum jemand auf ihrem Heimatplaneten teilte: Sie wollte gigantisch sein. Riesig. Eine Frau, die mit einem Schritt ganze Städte unter sich verschwinden lassen konnte. Als Teenager hatte sie kleine Pappstädte gebaut und sie spielerisch zertreten, Käfer unter ihrer Sohle zerquetscht und zahllose Videos im Cosmonet gesehen. Doch nichts davon konnte dieses Gefühl wirklich stillen.
Vor einer Woche hatte sie eine Schalldrohne vorausgeschickt, um den Planeten zu scannen. Zuerst zeigte die Übertragung nur weite Wiesenlandschaften – friedlich, leer. Doch dann, bei maximalem Zoom, entdeckte sie winzige Metropolen, kaum größer als ein Dina 3 Blatt auf dem Bildschirm. Winzig – und doch strukturiert wie Städte auf ihrer Heimatwelt. Vermutlich lebten dort Millionen kleiner Bewohner.
Elissas Herz raste. Wenn ihre Berechnungen stimmten, entsprachen ihre 1,81 Meter auf diesem Planeten unglaublichen 54,3 Kilometer. Sie starrte auf den Bildschirm und grinste. Das wird großartig…
„Ankunft in 30 Minuten“, ertönte der Bordcomputer und riss sie aus ihrem Tagtraum.
Schnell ging Elissa in den Schlafraum, schlüpfte aus ihrem Aramidanzug und öffnete ihren Schrank. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als sie ihre riesige Sammlung an Kleidung betrachtete. Sie liebte es, sich als sexy Gigantin zu kleiden – das gehörte einfach zu ihrer Fantasie.
„Was ziehe ich an…?“ murmelte sie und ließ die Finger über verschiedene Stoffe gleiten. Schließlich blieb ihr Blick an einem Leoparden-Lingerie-Set hängen. „Perfekt“, sagte sie leise und zog sich um.
„Ankunft in 15 Minuten.“
Elissa lachte leise. „Eure sexy Göttin ist gleich da.“
Dann hielt sie plötzlich inne. „Mist! Ich hab das Wichtigste vergessen.“
Sie stürmte zurück in den Schlafraum, öffnete den Schuhschrank neben der Garderobe und holte ein Paar rote High Heels hervor. Mit einem zufriedenen Nicken schnallte sie sie an. „Jetzt passt’s.“
Stöckelnd kehrte sie ins Cockpit zurück und aktivierte den Teleporter. Das Gerät begann zu summen und zu vibrieren, während auf der Anzeige ein Ladebalken erschien: 10 % – 30 % – 60 % – 90 % – 99 %.
Dann wurde ein Eingabefeld sichtbar. Elissa gab die Koordinaten ein.
„Standort ermittelt. Ankunft in 5 Minuten.“
Hastig rannte sie in den Teleportraum und trat in die Kapsel. Ein kalter Luftzug strich ihr entgegen. „Brrr, warum sind diese Dinger immer so runtergekühlt?“ Sie rieb sich fröstelnd die Hände.
„Ankunft in einer Minute.“
Blaue Blitze zuckten um sie herum, die Maschine dröhnte. Elissa schloss die Augen – und nach einigen Sekunden war alles still.
Langsam öffnete sie sie wieder. Eine endlose, leicht neblige Wiesenlandschaft lag vor ihr, übersät mit grauen Flecken in verschiedenen Größen. Ein warmer Windzug strich zwischen ihre Beine.
Einer der grauen Flecken lag nur wenige Meter vor ihr – kaum größer als ein Essteller. Langsam setzte sie sich in Bewegung.
Die Bewohner der winzigen Stadt blickten fassungslos nach oben, als sich eine riesige Silhouette über sie erhob. Jeder ihrer Schritte ließ den Boden erbeben. Scheiben zersprangen, Autoalarmanlagen heulten, ein massiver Windstoß fegte durch die Straßen.
Dann fiel der gewaltige Schatten eines roten High Heels über ein Dorf. Ein dumpfer Schlag folgte, der den Boden erzittern ließ. Sekunden später krachte auch der zweite Schuh herab – sieben Kilometer weiter.
Jeder ihrer Schritte hinterließ tiefe Krater in der Erde, durchzogen von zerdrückten Gebäuden und Staub.
Nach einigen Schritten stand Elissa direkt vor der Stadt. Breitbeinig beugte sie sich herab, die blonden Haare fielen ihr über die Schultern. Ihre zarten Hände stützten sich links und rechts neben der Stadt ab – und allein diese Bewegung zerstörte mehrere Siedlungen.
Ihr riesiges Gesicht erschien über der Stadt, ihre Augen funkelten neugierig. Ein breites Grinsen legte sich auf ihre Lippen.
„Tatsächlich… winzige Städte. Ich glaube es nicht. Hallo, ihr kleinen… Bewohner.“
Ihr Atem rauschte wie ein Sturm durch die Straßen, riss Dachziegel mit sich, entwurzelte Bäume. Ihre Stimme ließ Fenster bersten, Menschen fielen zu Boden, hielten sich die Ohren.
Vorsichtig senkte Elissa den Zeigefinger auf die Stadt. Kleine Trümmer regneten von ihrer Hand, als sie den Finger in der Mitte der Stadt ablegte. Ein leises Schmunzeln glitt über ihr Gesicht, während sie den Finger durch die Straßen zog.
Häuser brachen ein, winzige Strukturen zerbarsten an ihrem Nagel. Eine metertiefe Spur blieb zurück.
Sie richtete sich auf, wischte Staub an ihrer Hüfte ab und hob den rechten High Heel. Nach kurzem Zögern stampfte sie ihn mitten in die Stadt. Ein dumpfes Grollen – dann Stille.
„Großartig“, seufzte sie und blickte sich um.
Nicht weit entfernt entdeckte sie einen weiteren grauen Fleck – diesmal eine richtige Metropole mit langen Ausläufern.
„Eure Städte sind so winzig, ihr kleinen Mikroben!“, rief sie spöttisch und lachte. „Macht euch bereit, unter meinen Füßen zerquetscht zu werden.“
Elissa löste die Schnallen ihrer Heels und trat hinaus. Sie setzte ihren Fuß langsam auf die Stadt, und schon im nächsten Moment gaben die winzigen Strukturen unter der weichen Haut nach. Gebäude stürzten ein, Straßen verschwanden.
„Fühlt sich das gut an…“ murmelte sie. Mit zwei Schritten war sie durch die ganze Metropole gelaufen. Sie sah zurück – zwei riesige Fußabdrücke im Staub.
„Ob die Männchen auf diesem Planeten wohl mein Outfit mögen?“ Sie lachte leise, zupfte ihr Höschen zurecht und setzte sich dann mit einem zufriedenen Seufzen.
Die Bewohner der Stadt blickten nach oben, als sich ein gewaltiger Schatten über die Überreste eines Ausläufers legte. Sekunden später bebte der Boden, als Elissa sich hinsetzte. Ganze Stadtviertel verschwanden unter ihren gigantischen Pobacken.
Einige der winzigen Menschen landeten zwischen Stofffalten und Trümmern, andere rannten ziellos umher. Elissa schmunzelte, wippte mit den Füßen und sah, wie Staub und winzige Trümmer von ihren Sohlen rieselten.
Sie beugte sich nach vorn, griff eine Handvoll Erde – mitsamt kleiner Gebäude – und hielt sie neugierig vor ihr Gesicht. Zwischen der Erde erkannte sie die winzigen Autos und Häuserreste.
Gerade als sie den Schutt schmunzelnd in ihren Ausschnitt rieselte, hörte sie plötzlich eine Stimme hinter sich:
„Was machst du da?“
Erschrocken drehte Elissa sich um. Hinter ihr stand Nina, ihre Kollegin und beste Freundin Nina.
„Nina?! Was… was machst du hier?“ fragte sie überrascht und sprang auf.
„Ich habe dich seit Zwei Stunden versucht zu erreichen! Warum gehst du nicht ran? Und… warum trägst du nur Unterwäsche?“
Elissa sah an Nina hinunter – ihre weißen Stiefel standen mitten auf einem der Ausläufer. „Ich, äh… ich wollte den Planeten erkunden. Und mich ein bisschen sonnen.“
Nina sah sich skeptisch um. „Hier? Auf dieser Wiese? Hier ist doch nichts, nicht mal ein Baum.“
Elissa zuckte mit den Schultern und klopfte Staub von ihrem Oberteil.
„Die Unterwäsche steht dir jedenfalls, Süße“, sagte Nina grinsend und kam näher.
„Hehe, danke“, erwiderte Elissa. Ihr Blick wanderte zu Ninas Figur – der enge Aramidanzug betonte wirklich alles.
„Ich glaube, ich könnte auch etwas Bräune vertragen“, meinte Nina und öffnete den Reißverschluss ihres Anzugs.
„Du trägst Dessous unter der Arbeitskleidung?“
„Man darf sich ja wohl mal sexy fühlen“, lachte Nina. „Hier sieht uns doch keiner.“
„Äh… ja, sicher nicht“, antwortete Elissa und beobachtete, wie Ninas es sich unbewusst auf eine der nahe liegenden Städte gemütlich macht.
Kurz darauf sprang Nina angewidert auf. „Ugh! Ich glaube, ich sitze auf einem Insektennest!“
Elissa grinste. „Oh wirklich?“
Nina beugte sich hinunter, sah genauer hin – und erstarrte. „Das sind keine Insekten… das sind winzige Gebäude! Überall hier!“
Elissa tat überrascht. „Was?! Das kann doch nicht sein…“
„Doch! Schau – winzige Straßen, Autos, alles!“
Elissa kniete sich neben sie. „Dann haben wir wohl schon Tausende davon zerquetscht. Arme kleine Dinger.“
„Besonders du, mit deinem Riesenhintern“, lachte Elissa.
„Sehr witzig“, murmelte Nina.
Dann sah sie wieder nach unten. „Meinst du, die halten uns für Götter oder sowas?“
Elissa grinste. „Könnte sein. Wir würden jedenfalls gute abgeben.“
„Sollten wir das der Union melden?“
„Quatsch. Was sollen die mit einer Mikrozivilisation anfangen?“ "Außerdem glotzen die kleinen Perverslinge uns bestimmt die ganze Zeit was weg“ "Meinst du? Nina wurde Rot im Gesicht. Als deren Götter sollten wir sie vielleicht dafür bestrafen“
Nina sah auf ihre Hand und drückte vorsichtig den Zeigefinger in eine der winzigen Städte. „So zerbrechlich…“, flüsterte sie fasziniert und ließ ihre Hand flach auf die Stadt sinken. Eine feine Staubwolke stieg auf, als sie sie wieder anhob – nur der Abdruck ihrer Hand blieb zurück.
„War das zu gemein?“ fragte Nina zögernd.
Elissa lachte leise. „Nein, keine Sorge. Such dir lieber die nächste aus. Vielleicht gefällt es ihnen ja auch von zwei so gut aussehenden Riesinnen dominiert zu werden haha“
Die beiden richteten sich auf und blickten über das weite Land. Überall verstreut lagen kleine graue Flecken – winzige Städte, kaum größer als ihre Daumen.
Die Sonne senkte sich langsam über den Horizont, während Elissa und Nina über den Planeten spazierten. Hin und wieder blieben sie stehen, musterten ihre Fußabdrücke – und lachten laut.
Ein kleiner fremder Planet – und zwei Göttinnen, die über ihn wandelten.