"Wir sind wahrscheinlich bis heute Abend im Skaterpark", sagte Luna zu mir. "Versuche einfach, Swetlana nicht zu reizen oder zu ärgern. Sie ist ganz nett, wenn du sie erst einmal richtig kennst."
"Und wenn aus irgendeinem Grund Mai vorbeikommen sollte, lass sie nicht in der Wohnung! Ich hasse diese Schlampe!", fügte Jade wütend hinzu.
Jade klang ziemlich wütend und ich erwiderte nur ein stotterndes "Ich gebe mir Mühe!", ehe sie sich ihre Skateboards nahmen und aus der Wohnung gingen. Jade trug ihre braunen Strumpfhosen in ihrem weißen Jeansrock und ich muss sagen, dass sie ziemlich hübsch aussieht - trotz ihrer Augen und ihr Wesen. Swetlana war zum Glück noch am schlafen, deswegen setzte ich mich auf das Sofa und sah etwas Netflix. Doch dann ging plötzlich die Tür zu meinem Zimmer auf und Swetlana kam mit ihrem Outfit heraus. Sie sah mich nicht einmal an und ging direkt in das Badezimmer. Ich fragte mich, ob sie überhaupt unter die Dusche passen würde und ob sie sich ihre riesigen Hände waschen könnte, aber ich traute mich nicht, sie zu fragen. Jedenfalls kam sie nach einiger Zeit wieder heraus und setzte sich neben mich auf das Sofa. Ich konnte das genau spüren, wie durch ihr Gewicht das ganze Sofa sich bewegte. Jedes Mal, wenn sie sich etwas bewegte, spürte ich das durch die Polster. Danach legte sie ihre Füße auf den Tisch und fragte mich: "Was ist eigentlich deine Aufgabe hier?"
Ich verstand die Frage nicht und sie wiederholte sie noch einmal, ehe ich antwortete: "Eigentlich wohne ich hier und du blockierst gerade fleißig mein Zimmer, obwohl du auch auf dem Sofa schlafen könntest."
Sofort legte sich Swetlana auf das Sofa und ihre großen Oberschenkel waren dabei, mich zu zerquetschen. Ich versuchte sie noch mit aller Kraft wegzudrücken, aber es funktionierte nicht. Danach legte sie sich zur Seite und zwar so, dass ihr gewaltiger Hintern direkt zu mir zeigte. Ich befürchtete schon das schlimmste, doch es passierte zum Glück nichts. Am liebsten würde ich ihn direkt anfassen, obwohl ich gar nicht auf sie stehe - aber ihr weißer Slip war durch ihre schwarze Leggings wegen des Lichts sichtbar gewesen und ich musste mich zusammenreißen. Das war auch mein Glück gewesen, denn sie drohte mir, dass sie mich auf der Stelle erwürgen würde, wenn ich ihren Hintern berühren würde.
"Hör auf mich zu piksen", sagte sie trocken zu mir, als sie meine Erektion wahrscheinlich bemerkt hatte. Aber ich konnte nichts dafür. Sie ist zwar eine Vampirin und um die vier bis fünf Meter groß, aber sie ist blond und sieht auch noch verdammt gut aus. Ich wollte mehr über diese Mai wissen, von der Jade neulich gesprochen hatte und begann vorsichtig das Gespräch über sie. Sie antwortete nur darauf:
"Mai ist die jüngste Tochter von Xia Leng, der Dunklen Königin des Schattenreiches."
Jetzt bekam ich Panik und mein Herz schlug schneller. Was ist, wenn sich diese Xia dazu entscheidet, dieses Apartment zu besuchen. Swetlana schien das jedoch gespürt zu haben und beruhigte mich:
"Glaubst du, dass sie Zeit für ein Niemand wie dich hat? Wenn du nicht der Mitbewohner von Jade und Luna wärst, dann hätte ich dir schon längst das Blut ausgesaugt und es getrunken. Andererseits..."
Swetlanas gewaltiger Hintern ging vor mir weg und sie stand vor mir. Ich hatte mir schon gedacht, dass es soweit kommen und sie durstig werden könnte. Deswegen rannte ich so schnell wie möglich in Richtung Wohnungstür und versuchte sie zu öffnen, aber es funktionierte einfach nicht. Entweder hatten Jade und Luna diese verschlossen oder Swetlana hinderte mich irgendwie daran. Sie kam immer näher und ich wurde in die Ecke gedrängt - wie ein Beutetier, welches gerade seine Beute in die Enge getrieben hatte.
"Es tut auch nicht weh", sagte Swetlana trocken und ich versuchte zwischen ihren Beinen zu entkommen, doch es funktionierte nicht. Sie hielt mich einfach ganz locker mit ihren großen Oberschenkeln fest und riss mir meine teure Lederjacke vom Körper. Danach zerriss sie diese einfach mit ihren Händen. Ich war starr vor Schreck und Trauer gewesen, als sie mich plötzlich hochnahm und sie mir ihre gewaltigen Fangzähne zeigte. Sie öffnete ihren Mund und biss mit in den Oberarm. Den Schrei hatte man sicherlich durch das ganze Haus gehört, doch nach kurzer Zeit hörte Swetlana auf und schüttelte ihren Kopf.
"Widerlich", sagte sie und ließ mich einfach fallen. Mein Arm tat schrecklich weh und ich hatte große Schmerzen gehabt. Eigentlich hätte ich sofort in das Krankenhaus gemusst, aber was hätte ich denen denn sagen sollen? Eine riesige blonde Vampirin aus Russland hat mich gebissen und womöglich bin ich von ihr vergiftet worden. Diese Geschichte würde mir niemand abkaufen und Swetlana würde mich wahrscheinlich auch nicht gehen lassen. Dann begann es auch noch an der Tür zu klopfen und ich hoffte, dass es einer der Nachbarn war, um mich hier rauszuholen.
"Ich bin es, Hafu. Mach die Tür auf", sagte eine weibliche Stimme hinter der Tür. Ohne zu zögern ging Swetlana zur Tür und öffnete diese. Herein trat eine junge chinesisch aussehende Frau mit heller Haut und schwarzen Haaren. Sie sah mich musternd an und ich sah auf ihr schwarzes kurzes Kleid mit ihren langen offenen Haaren und ihren großen Stiefeln.
"Wo sind Luna und Jade?", wollte sie wissen. Offenbar kannte sie sie und sie schien mich gar nicht zu beachten.
"An irgendeine komischen Ort namens Skaterpark", antwortete Swetlana.
"Ach so", erwiderte Hafu und sah mich an. "Und wer ist das?"
"Irgendein komischer Typ der bei denen in der Wohnung wohnt. Ich weiß auch nicht, was das soll."
"Und du hast ihn einfach so gebissen? Wie schmeckt denn sein Blut?"
"Widerlich und überhaupt nicht lohnenswert!"
Hafu trat zu mir näher und lächelte kurz und ich musste gar nicht erst überlegen, dass auch sie eine Vampirin war. Aber es schien, als hätte Swetlana Respekt vor ihr gehabt.
"Ich möchte dich nicht ja nicht verärgern, aber... Mutter sagt, dass du wieder heimkehren und dich um Mai kümmern sollst. Sie muss noch einmal in die Schattenwelt und einer muss auf Mai aufpassen. Ich hätte das ja gerne getan, aber sie besteht darauf, dass ich mitkomme. Selbstverständlich werden deine verlorenen Urlaubstage auch aufaddiert, die du hast."
Swetlana verdrehte deutlich sichtbar ihre Augen und mein Herz raste wieder. Schattenwelt? Gibt es tatsächlich eine Art Hölle? Woher stammen diese Wesen nur? Mein Arm schmerzte immer noch, aber Hafu schüttete mir eine wässrige Flüssigkeit über die Wunde und ich spürte keine Schmerzen mehr und die Wunde war geheilt.
"Das geht auf mich. Falls du mich noch nicht kennen solltest: Ich bin Hafu Leng, die große Schwester von Mai und Swetlana hat auch mich damals erzogen, als ich noch jung war. Du könntest ja aufstehen und mir eine Tasse Tee holen, während ich hier auf Jade und Luna warte. Keine Sorge, Mai taucht hier nicht auf und sie wird dir auch nichts tun. Aber ich habe unheimlich Lust, Luna wieder zu sehen."
Nun bin ich also in ein Treffen von magischen Wesen geraten. Ich frage mich echt, wo Luna diese Wesen kennengelernt hat...