Der Weg war durchaus länger als gedacht und er wünschte sich nichts sehnlicheres, als das Luna endlich ihre verschwitzen Schuhe auszieht und ihre Füße an der frischen Luft durchlüften lässt. Schließlich, nach einer für ihn halben Ewigkeit, war die Zehntklässlerin zuhause angekommen. Dort ging sie in ihr Zimmer und zog dort ihre Schuhe aus, die sie erst einmal in die Ecke kickte. Ahnungslos wie sie war, stand dort eines ihrer Mitschüler, den sie wohl schon vor längerer Zeit unwissentlich geschrumpft hatte durch einen von ihr ausgesprochenen Wunsch. "Luna, Luna, hier bin ich!", rief er so laut wie er konnte, doch er wurde gnadenlos von ihrem daherfliegenden Schuh zerquetscht. Für sie waren es nur gewöhnliche Schuhe bzw. Stiefel gewesen, doch für ihn hatten sie das Gewicht eines schweren Autos gehabt und daher zerquetschten diese ihn mit einer Leichtigkeit.
Luna stand in ihrem Zimmer und nahm sich als erstes ihr Handy, um ihre Nachrichten zu checken. Dabei tappte sie wieder mit ihren Füßen auf den Boden, doch zu seinem Glück lag dort ein Teppich und der Druck war dieses Mal nicht ganz so anstrengend gewesen. "Luna! Mmph... Ich... mmmph... will hier... mmmph... raus!" rief er, doch es hatte keinen Zweck gehabt, denn seine Stimme konnte ihre Ohren einfach nicht erreichen und sie sah weiter auf ihr Handy. Sein Schreck wurde noch größer, als der Körper des vorhin zerquetschten Lehrers oder das, was davon noch übrig blieb, aus ihrem Rock auf den Boden fiel. Aber auch davon nahm die blonde halbe Amerikanerin keine Notiz, sondern widmete sich weiter ihrem Handy und ihren Nachrichten. Schließlich begab sie sich in Richtung ihres Bettes und warf sich darauf, nicht ohne danach noch einmal einen ziehen zu lassen. "Boah, der ist echt heftig", kommentierte sie das, doch sie kicherte nur und sah weiter auf ihrem Handy. Aus der Schublade ihres Nachttisches holte sie sich ein paar Kopfhörer heraus und stopfte sie sich ins Ohr, als sie das Lied "California Gurls" von Katy Perry hörte und sich nichts dabei dachte. Sie überschlug ihre Beine und wackelte mit ihren Füßen im Takt, als sie mit ihren Freundinnen schrieb. Der eingeklemmte Junge sah zu ihrem anderen Fuß und entdeckte dort noch jemanden, der in seiner selben misslichen Lage steckte. Auch er war völlig nass und sah geschwächt aus und er hatte Schürfwunden an seinen Armen, dennoch hatte er eine starke Figur gehabt.
"Hey, was tust du denn hier?", fragte er so laut er konnte. Er hatte die Hoffnung, dass Luna ihn doch noch irgendwie hören könnte.
"Hä? Was? Was zum F* machst du hier? Das ist meine Freundin!", antwortete der Typ genervt. Dieser sah auch etwas älter aus - er schätzte ihn auf mindestens 18 Jahren.
"Ich weiß nicht mal, wie ich hier hin gekommen bin! Ich saß vorhin noch vor der Klasse und hatte zusammen mit Lily gelernt und dann war ich plötzlich in ihrer Strumpfhose gefangen!", erklärte er. Natürlich ließ er den Fakt weg, dass er sich das gewünscht hatte. Schließlich galt es, dass sie sich zusammen aus dieser ungünstigen Lage befreiten.
"Lily? Ich bin lange genug hier, um zu denken, dass es auch Lily war. Ginger hatte schon die ganze Zeit etwas gegen mich und sie wirkte auch immer komisch", erklärte der Freund, "ich weiß nicht wie sie es gemacht hat, aber ich glaube, dass sie dafür verantwortlich ist."
"Ich hatte eigentlich nie Stress mit ihr gehabt", erwiderte der Junge, "aber als Luna ihren Lehrer unter ihren Hintern zerquetschte, war Lily so weit ich das weiß nicht mal da. Ich denke, dass sich ihre Wünsche einfach so erfüllen. Ob Lily damit etwas zu tun hat, weiß ich nicht. Du solltest aber wissen, dass Lily die Bezeichnung Ginger-"
Plötzlich wurde das Gespräch unterbrochen, als sich alles um sie herum drehte. Luna hatte sie umgedreht und sich nun auf ihren Bauch gelegt. Sie ließ ihre Füße durch die Luft baumeln. Für sie waren das einfache Bewegungen, aber für die beiden eingeklemmten Jungen fühlte sich das wie eine Achterbahnfahrt an.
"Luna! Luna verdammt!", schrie ihr Freund und drückte mit seinen Händen mit aller Kraft gegen ihre Strumpfhose, doch es half nichts. Sie hatte nach wie vor ihre Kopfhörer aufgehabt und widmete sich voll und ganz ihrem Handy. "Ich hasse Füße! Luna! Luna!"
"Alter, was ist das?", fragte sie plötzlich und nun fing der wahre Kampf erst an. Ihr Freund konnte sehen, wie sich der große Zeh ihres anderen Fußes der Sohle näherte, in der er eingesperrt war und er wusste, was sie nun vor hatte.
"Nein! Luna! Nein!", schrie er und drückte gegen ihre Strumpfhose, doch es nützte auch hier wieder nichts. Ihr großer Zeh begann an der Sohle zu kratzen. "Ahhh! Nein! Ahh, das tut weh! Hör auf! Luna, Luna, lass das!", schrie er vor Schmerz, ehe sie damit aufhörte und ihre Füße wieder in der Luft waren. Dieses Mal hatte ihr Freund nicht so viel Glück gehabt und er blutete stark an seinem Körper. "Dieser Schmerz", brüllte er. "Sie hat mir mein rechtes Bein gebrochen, als sie sich kratzte! WAS?! NEIN!"
"Alter, jetzt reicht es aber!", sagte sie wieder und der Fuß näherte sich in dem Moment und kratzte ihn wieder. Dieses Mal fiel das noch heftiger aus und der Junge konnte nur spüren, wie sich der gewaltige Fuß und die Sohle bewegte. Danach hörte er nichts mehr und ihm wurde übel - Luna hatte gerade unwissentlich ihren Freund mit ihren Zeh zerquetscht und wenn auch sie ein Juckreiz an seiner Sohle spüren würde, wäre es um ihn geschehen. Doch dann konnte er sehen, wie die Zimmertür aufging und ein rothaariges Mädchen in das Zimmer kam. Zuerst dachte er, dass es tatsächlich seine Klassenkameradin wäre und rief wie wild um sich. Allerdings konnte sie ihn nicht hören oder sehen. Die graue Sportleggings und die Turnschuhe waren für ihn hingegen deutlich zu sehen. Sie ging auf ihre Schwester zu und zertrat unwissentlich die Überbleibsel ihres ehemaligen Lehrers.
"Lucy? Hast du schon früher Feierabend?", fragte Luna, als sie die Kopfhörer aus ihren Ohren nahm.
"Ja und ich wollte dich fragen, ob du mit mir joggen willst. Du scheinst ja auch schon frei zu haben", erwiderte diese.
"Oh, voll vercheckt. Ja, aber ich sollte Zeit haben. Mein Freund meldet sich nur nicht bei mir. Ich ziehe gleich meine Leggings an, dann können wir los..."
Nun sah er seine Chance kommen, aus dem Nylongefängnis zu entkommen...