Und immer wieder „mein Klassiker“:
Sich all die kleinen Katastrophen und Tragödien unter der Kleintier- und Pflanzenwelt vorzustellen, die ja ganz real passieren, wenn da so ein wunderbares Geschöpf achtlos und unbekümmert über eine Wildwiese schreitet… 🥰
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Während sie einfach über die Wiese läuft und den angenehm weichen Boden unter ihren Füßen geniesst, erledigen die Stollen ihrer Stiefelsohlen gnadenlos ihren Job und pressen sich unter der Gewichtskraft der Dame in den weichen Untergrund - und zerdrücken dabei alles was sie zu fassen bekommen und dem Druck nicht standhalten kann.
Auffälligeren Blumen wird die Lady sicher nach Möglichkeit ausweichen, ebenso einer Kröte oder irgendwelchem Getier, das gut sichtbar auf dem Weg hockt.
Aber:
Das kleine unscheinbare Gänseblümchen, das achtlos unter ihrem Stiefel zerdrückt wird…
Der frische Keimling einer Eiche, der seinen ersten Trieb in die Höhe streckt, in der Hoffnung in 200 oder 300 Jahren ein stolzer Baum zu sein, einfach zertreten…
Der kleine Regenwurm, der allzu dicht unter der Oberfläche seinen Gang ausbaut und der plötzlichen Bodenverdichtung zum Opfer fällt….
Die Ameisenkolonie unter dem flachen Stein, den die Dame gedankenlos als sicheren und festen Tritt nutzt…
Der unscheinbare junge Trieb des seltenen Blauen Eisenhuts (Aconitum napellus), ausgewachsen an die 1,5 hoch mit prächtigen tiefblauen Blüten. Nebenher giftigste Pflanze Europas, aber das Gift kann sie auch nicht vor ihren Stiefeln retten…
Zahllose Wildbienen, Spinnen, Solitärwespen, die ihre winzigen Nester und Wohnröhren im Boden dicht unter der Oberfläche anlegen…
Vielleicht wundert sich die Dame noch, dass der Boden unter ihrem Stiefel an einer Stelle ungewöhnlich stark nachgibt. Was sie nicht bemerkt: Ihr Stiefel hat das gut getarnte Nest einer Erdhummel unter sich zerdrückt. Die kleine Höhle konnte dem Druck von 60 oder 65 Kilo nicht standhalten, womit der kleine Hummelstaat aus 30 bis 50 Arbeiterinnen, ebensovielen Larven sowie die Königin unter einem einzigen unbedachten Tritt zerquetscht wurden, die ausgeflogenen Tiere werden dort, wo das Nest war, nur noch eine verwüstete eingeebnete Stelle vorfinden, und die vormals lockere Erde ist nun hart und verdichtet, der ehemalige Nesteingang fest zugedrückt und nicht mehr da!
Der kleine Frosch, gut getarnt und versteckt unter Gras - seine Unsichtbarkeit wird ihm leider zum Verhängnis, und unbemerkt löscht die Dame auch sein kleines junges Leben einfach aus. Vielleicht hat sie etwas unter ihrem Fuß gespürt, aber dem keine Bedeutung geschenkt, zumal das kleine Hindernis auch sofort nachgegeben hat wie ein weicher Klumpen Dreck…
Und da ist auch der einfache Grashalm, der sich nach einem solchen Tritt meist wieder aufrichtet und erholt, aber weil die Lady gerade einen Bogen läuft, verdreht sie ihren Fuß auf ihm etwas, und der kleine Grashalm wird von den scharfen Kanten der Profilstollen einfach zerrissen…
„Wer die Grausamkeit der Natur und der Menschen einmal erkannt hat, der bemüht sich, selbst in kleinen Dingen wie dem Niedertreten des Grases schonungsvoll zu sein.“
…das schrieb vor über 100 Jahren der bedeutende Schriftsteller und Dichter Christian Morgenstern, und es beschreibt gut diese Ambivalenzen eines Menschen, der um diese vermeintlich bedeutungslosen, weil kleinen Dinge weis.
Natur ist eben auch, das Größe meist auch Macht über kleinere Kreaturen bedeutet. Beim Größenverhältnis zwischen Mensch und z.B. einer kleinen Spinne muss diese Macht nicht einmal bewusst ausgeübt werde. Sie ist einfach da, mit unvermeidlich tödlichen Folgen für den unterlegenen Part bei einem unglücklichen Zusammentreffen. Und auch eine wunderschöne junge Dame wird nicht über eine Wiese schweben.
Warum dieses Ausschmücken der eigentlich eher unsichtbaren Realität, die auch bei mir eher eine „kognitive Dissonanz“ auslöst, wenn irgendwelche Kerle oder ich selber über eine Wiese trampeln? Aber vor einer wunderschönen Frau verblassen eben alle anderen Herrlichkeiten der Welt. Sicher sind auch hochgiftige Pflanzen und Kleintiere unter dem robusten Stiefel einer Frau vorteilhafter führ IHREN Schutz. Ich empfinde eine derartig intensive Faszination für das „Geschöpf Frau“, dass ich mich möglicherweise selbst auch physisch hingeben würde, wenn es darum geht ihr Leben zu schützen! Dabei sehe ich das nicht als Heldenmut an, sondern vielmehr als einen Urzeitlichen Instinkt!
Ein Kerl produziert schliesslich täglich Millionen von Spermien, die Frau dagegen nur einmal im Monat eine Eizelle! Und während der Mann in seinen besten Jahren (die übrigens auch zahlreicher sind, als die etwa 25 Jahre, in denen die Frau Nachkommen gebären kann) nahezu täglich Nachkommen zeugen könnte, trägt die Frau ihr Baby 9 Monate aus.
Auch wenn es ethisch nicht angebracht ist, Menschen insbesondere geschlechtsspezifisch zu bewerten: naturwissenschaftlich dürfte klar sein, dass der biologische Wert einer Frau sehr viel höher ist, als der des Mannes! Es macht insofern also im Ursprung durchaus Sinn, wenn sich der Mann auch physisch für die Frau hergibt! Und das Hingeben für etwas bzw. jemanden fällt umso leichter, je mehr man dieses liebt und verehrt!
Denke ich an meine Tramplingsessions: In der Urzeit gab es keine echten Schuhe. Es könnte durchaus sinnvoll gewesen sein können, wenn sich der Mann der Frau zu Füßen legt, damit sie eine gefährliche Stelle gefahrloser überschreiten kann. Dafür nimmt der Mann ggf. diese Gefahr auf sich, und hält auch „gerne“ die Schmerzen aus, die ihre Tritte auf seinem Körper verursachen. Gewisse Vorlieben könnten also Vorteilhaft für eine Spezies sein.
Und in diesem Sinne ist es wohl auch attraktiv, eine schöne Frau mit sicherem Schritt und schützendem Schuhwerk durch die „potentiell gefährliche Natur“ schreiten zu sehen, als vielleicht barfuß mit unsicherem Gang, und sich bei jedem Schritt der Gefahr aussetzend sich die Füße zu verletzen oder von irgendetwas gestochen, gebissen oder vergiftet zu werden! Ein giftiges Insekt, zerquetscht unter ihrem Stiefel, ist sicher die bessere Alternative, als dass sie davon gebissen oder gestochen wird.
Puh, was ein Geschwafel heute morgen vor dem Spätdienst wieder von mir, aber wenn ich über diese Dinge anfange nachzudenken und zu schreiben, finde ich kein Ende mehr…
Zum Bild der Dame, die da friedlich auf der Wiese sitz: Für sie wäre das alles sicherlich kein Thema. Ich wäre dagegen allzu gerne der Boden unter ihren Stiefeln, wenn es ihr dienlich ist. Und wäre ich eine kleine Blume, die sie bei ihrem Spaziergang auf der Wiese achtlos zertritt, dann würde ich es als etwas Natürliches hinnehmen! Ein gewiss schöneres Schicksal als so manch anderes Ende. 🙂