Diese Frage stellt sich ja immer wieder: WARUM erhöht insbesondere unsere männliche Seite hier unter uns das wunderbare Wesen der Frau eigentlich dermassen, dass wir sie uns als übergroße Riesin vorstellen, und uns ihre Übermacht in allen möglichen Variationen ausmalen - sei es, dass die Dame tatsächlich schwindelnde Übergrößen erreicht, oder dass wir, auf Däumlings- oder sogar auf Ameisengröße geschrumpft, einer normal großen Frau aufgeliefert sind.
Aber steht dieses ungleiche Verhältnis nicht auch sinnbildlich für den evolutionären Wert der beiden Geschlechter? Man sieht es ja auch in der Tierwelt, wo allzuoft das Weibchen für (fast) die gesamte Arbeit der Arterhaltung zuständig ist, etwa bei den Löwen: Während der Pascha faul in der Sonne döst, gebären die Mädels den Nachwuchs, ziehen ihn groß und besorgen auch noch alleine die Jagd. Der Pascha hingehen besteigt nach Lust und Laune ab und an seine Damen und lässt sich ansonsten von ihnen aushalten - Mackertum in Reinstform!
Deutlich schlechtere Karten haben die Männlein oft in der Welt der Insekten und Spinnen, wo sie in ihrer deutlich kürzeren Lebenszeit ausschliesslich der Fortpflanzung dienen, und nach dem Akt sterben - weil die Natur keine Aufgabe mehr für sie hat, und ihr Weiterleben eine Verschwendung von Ressourcen wäre. Oft dienen sie dem meist deutlich größeren Weibchen sogar als Nahrung, und die „Herren der Schöpfung“ lassen sich nach der Paarung mehr oder weniger bereitwillig von ihrer Angebeteten verspeisen. Das macht evolutionär sogar Sinn, denn das Männchen liefert seiner Gattin als eine Art „letzten Liebesbeweis“ mit seinem eigenen Körper die Nährstoffe, die für die Entwicklung des Nachwuchses dringend benötigt werden.
Und mir stellt sich dann die Frage, was von diesen natürlichen Verhaltensweisen aus der Tierwelt vielleicht auch in menschliches Denken und Verhalten rüberschwappen könnte. Zweifelsohne gibt es das vom Löwen gekannte Mackertum auch beim Menschen: Während die Mädels geräuschlos die wichtigen Arbeiten erledigen, macht ER auf dicke Hose, zettelt dabei sogar Zwietracht und „Kriege“ an. Zwischenfrage: Welchen Geschlechts sind eigentlich die großen Despoten in der menschlichen Welt, die uns gerade das Leben schwer machen? Da muß man nicht mal gendern, denn es sind ausschliesslich Männchen! Und während Robert Oppenheimer gerade sein „Spielzeug“ (die erste Atombombe) testet, holt seine Frau „die Wäsche rein“ - welche Arbeit am Ende produktiver ist, diese Bewertung überlasse ich dem Leser.
Dabei, um beim Thema zu bleiben, drängelt sich das angeberische Männchen auch gerne vor, denn mit Lise Meitner war es eine FRAU, die die Kernphysik erstmalig im Detail beschrieben hat, die zuletzt von Männern zum Bau der Atombombe missbraucht wurde.
Das selbe Drama in der Kunst: Gustav Mahler hat seine ebenfalls musikalisch hochbegabte Ehefrau Alma sogar per Ehevertrag klein gehalten, damit sie ihm beim Komponieren nicht als Konkurrentin „gefährlich“ wurde! Ebenso steht auch Clara Schumann bis heute im Schatten ihres Gatten Robert. Dass insbesondere in der Klassischen Musikgeschichte fast ausschliesslich die Herren tonangebend sind, kommt ja nicht von ungefähr…
Heute nennt ma so etwas (mit vollem Recht!) „Toxische Männlichkeit“! Die Frau als „Schafferin“, und der Mann, nachdem er seinen kleinen spassigen Anteil an der Fortpflanzug geleistet hat, eher der Zerstörer.
Gab es eigentlich mal einen weiblichen Hitler, Stalin, Mussolini, Trump, Putin? Dem gegenüber stehen seltene weibliche Führungsgrößen der Politik: Sanna Marin, Jacinda Ardern und auch unsere Angela Merkel - allesamt kaum als Kriegstreiber bekannt, dagegen verschrieen meist bei jenen, die um die Vorherrschaft der eigenen Männlichkeit Angst hatten. Z.B. wurde es Sanna Marin zum Verhängnis, dass sie sich schlicht und einfach ohne irgendwelche Allüren auf einer ausgelassenen Party amüsiert hat - für einen männlichen Premier völlig normal, aber für eine Frau gehört sich das doch nicht… Bah!
Warum hat das Männchen so eine tiefe Angst vor der Frau? Ich glaube es zu ahnen, denn der Mann weis insgeheim um seine Wertigkeit innerhalb unserer Spezies, möchte es aber auf keinen Fall zugeben, denn das wäre das Ende seiner Vorherrschaft - die er sowieso nur deswegen hat, weil die Frau rein von der Muskelkraft meist leicht unterlegen ist und weil das Testosteron zwar nicht schlauer, dafür aber aggressiver (ggf. also auch durchsetzungsfähiger) macht. Und zuletzt auch weil die Frau während der Schwangerschaft andere Prioritäten setzt, als sich im Kampf um irgendwelche Vorherrschaften gegenseitig die Köpfe einzuhauen.
Vielleicht ist das die große Tragik unserer Spezies: Bizeps schlägt Großhirnrinde!
Und ja! Da fühle ich mich bei meinen Träumereien wohl: Etwa der zertretene Rest eines Däumlings zu sein, der in der Profilrille des Stiefels einer schönen Frau hängt, und ich sie so noch ein paar Schritte begleiten darf. Oder eben auch im echten Leben einer wunderbaren Frau körperlich zu Füßen zu liegen, mich ihrem Willen auszuliefern, ihr zu vertrauen, ihre zuletzt auch körperliche Macht physisch zu spüren und mir dabei den Atem nehmen zu lassen! Oder sich vor den Lieblingssessel der Angebeteten zu legen, damit mein armer Kopf ihr während ihrer Lesestunde als Fußschemel dienen darf, obwohl sie nicht mal ihre Strassenstiefel ausgezogen hat (wer bin ich, um das zu verlangen?), und sich dabei das nach Strassenstaub riechende Profil ihrer Stiefel schmerzhaft in die Haut schneidet - und dabei in einer Lage zu sein, die die allermeisten Männer wohl mit jahrelangen Psychotherapien aufarbeiten müssten.
Ist unser „Fetisch“ dann überhaupt einer? Oder spiegelt er doch eigentlich die wahre Bedeutung unserer Männlichkeit wieder? Und wäre die Welt nicht vielleicht eine Bessere, wenn wir eigentlich ziemlich erbärmlichen Kerls die Frau nicht nur ihrer biologischen Werte wegen, sondern aufgrund ihrer universellen überragenden Fähigkeiten akzeptieren? 🥰🥰🥰