Maja, Lars, Sarah und Jan; Rand des Stadtzentrums; etwa 3 Stunden nach dem Beginn des Phänomens:
Ich sehe Sarah an und irgendwie tut sie mir Leid. Klar, man sagt von der Schule ins Berufsleben zu gehen sei eine riesige Veränderung, aber das hier ist wirklich lächerlich.
Mir fällt kein Kompliment oder sonst ein Beitrag ein und ich sehe unsicher zu Jan herüber. Er scheint über einem Blatt Papier zu brüten, schreibt dann kurz etwas, streicht es wieder durch...
Dann sieht er überrascht auf und legt sich rücklings auf Majas Handfläche um Sarah konfortabel ansehen zu können: "Ähh... du bist auf jeden Fall die schönste Hundertmetergroße, die ich je getroffen habe."
Ich schlag' mir mit der linken Händefläche ins Gesicht, auch von Maja ist ein genervtes Seufzen zu vernehmen.
Doch das "Wunder" geschieht: Sarah lächelt strahlend, vielleicht ist diese Wahrnehmung auch etwas verzerrt, da sie das Einzige in der Straße ist, das noch viel vom letztem Licht der sterbeden Sonne abbekommt.
Mir fällt auf das Sarahs Körper fast wirkt als hätte ein Apothekergewicht tätowiert: Da die Sonne schräg zur Staße steht ist unterhalb des Bauchanabels bereits alles in Schatten gehüllt und der Schatten von Majas Kopf bildet gewissermaßen den Griff.
"Nun... das ist... sicherlich... wahr.", erwidert sie auf Jans Kompliment.
Ich schalte mich ein: "Sarah, ich glaube wir sollten unseren Plan noch nicht aufgeben. Ich denke das du seitlich noch durch die Straßen passen solltest und auch wenn der Strand selbst keine Lösung mehr ist, die Nieder dürfte klappen.
Ich würde gerade gerne ihre Reaktion sehen, aber wenn sie aufrecht steht macht ihr enormer Busen den Blick auf ihr Gesicht komplett unmöglich.
Maja fügt hinzu: "Mach' dir keine Sorgen ob du womöglich auf Jemanden trittst. Wer jetzt noch nicht aus dem Stadtzentrum 'raus ist is eh selber Schuld, außerdem werde ich vorgehen und aufpassen."
Da ist es wieder: Das ansteckend aufmunternde Lächeln, ja fast schon Grinsen, Majas, das ich so liebe.
Sie duckt sich zwischen Sarahs Beinen hindurch und schreitet energisch voran Jan und mich wieder wie Staffetten gepackt.
Sie dreht sich nach etwa einer Körperlänge um und winkt Sarah herbei: "Komm' schon hier herum zu stehen und zu verzweifeln wird nichts bringen, ich denke unser großer Fluss ist wirklich die beste Möglichkeit dich hier 'raus zu bekommen, du magst kein Schiff sein, aber wir müssen uns halt so gut es geht mit der Situation arrangieren."
Ich sehe noch einmal auf meine Armbanduhr: 4 Stunden nachdem das hier losging? Es fühlt sich an als wären es bald zwei Monate...
-------------------------
Ist mir gerade beim Rechtschreibcheck aufgefallen: Die Nieder ist der große Fluss der Stadt, welcher quer durch Niedertramplingen fliesst (Was? Nein, das habe ich nicht gerade erfunden. >.> ) das scheint mir durch den Erzähltext selbst nicht ganz ersichtlich zu sein und es wäre ja höchst seltsam wenn die Figuren einander ihre Heimatstadt erklärten, daher erkläre ich es hier.
Noch ein Vorschlag für die nächsten Posts: Hunger.
Schließlich ist in Niedertramplingen Sommer und die Sonne geht unter, ergo dürfte das Abendessen lange überfällig sein, eigentlich wollte ich das schon hier einbauen, aber mir fällt gerade partout nichts (Gutes) dazu ein.