Storypost:
Laura kuschelte sich im Bauchnabel ein. Sie drehte sich ein paar mal und fand zufällig eine überhägende Stelle mit welcher sie ihren Rücken "zudecken" konnte. Rasch schlief sie ein...
Ein Donnern ertönte. Es war seltsam... leise. Als wäre es weit weg.
Sie bemerkte das es schaukelte. Sie befand sich in Chen Lus Bauchnabel bewegt von Chen Lus wogendem Gang.
Wieder das Donnern, diesmal begleitet von metallischem Kreischen und einer Art "staubigen" Rauschen.
Laura schaute hinab, ihr blieb fast das Herz stehen. Chen Lu zertrat gerade ein Wohngebiet!
An sich wäre das weder ausnehmend schlimm noch etwas neues gewesen, aber:
Die Gegend war brechend voll! Überall Menschen die verzweifelt zu entkommen versuchten... Warum?
Laura riss sich mit einiger Anstrengung von der Vernichtung am Erdboden los. Wo ist Tian? Er muss Chen Lu zur Ordnung rufen! Sie sah auf, blickte sich um, konnte den Riesen aber nicht entdecken. Dann drehte sich Chen Lu und Laura sah einen Riesen, eine Riesin um genau zu sein. Sich selbst!
Riesenlaura war gerade damit beschäfigt ein größeres Gebäude oberhalb des Ortes den Chen Lu zertrampelte zu isolieren.
Dann winkte sie Chen Lu herbei. "Du bist sicher das Tian das hier..." Sie zeigte mit schweifenden Arm auf den schwer beschädigten Ort. "Nicht bemerken wird?" Chen Lu machte eine wegwerfende Handbewegung und antwortete rufend während sie noch auf ihre Freundin zuhielt: "Iwo. Die Reiseroute ist nicht festgelegt. Ich kann ihn gut von hier weglotsen und aufwachen wird er auch erst in Stunden." Die hockende Laura grinste zu der Chinesin hoch.
"Na dann,", begann sie und riss das Dach weg, "Tag der offenen Tür im Internat, All-whom-you-can-Eat-Buffet!"
Riesenlaura langte in das Gebäude und packte einige der Leute darin, es war eine Schule, es waren Kinder!
Sie aß sie ohne einen Moment des Zögerns.
Chen Lu schlenderte auf die Schule zu, mit einer fassungslosen Laura im Bauchnabel. Sie fühlte keine Lust wie die letzten Male als sie Chen Lu voller Neid beim Menschen fressen zugesehen hatte, sie fühlte nur Schuld...
Oder war da doch eine Spur Wärme in ihrem Schritt?
Chen Lu kam an und setzte sich in den Schneidersitz.
"Halte sie, halte mich, auf!", schrie es in Laura, doch auch die Chinesin griff wie selbstverständlich ins Gebäude und angelte sich ein Handvoll Kinder, welche sie unverzüglich aufaß.
Es ging noch länger so. Während Laura vor Horror und Schuldgefühlen fast verging begangen Chen Lu und Riesenlaura mit Wonne die Todsünde der Völlerei. Ab und an fütterten sie sich auch gegenseitig.
"Hey, in deinem Bauchnabel.", hörte Laura plötzlich ihre eigene überlaute Stimme und stand in einem Wimpernschlag unter Strom, nachdem sie die letzte Viertelstunde erfolglos versucht hatte, die Außengeräusche auszublenden.
Eine Hand langte nach ihr. Es war Chen Lus, sie war ihr mittlerweile vertraut.
Chen Lu hielt Laura mit spitzen Fingern vor ihr Gesicht. Sie lächelte.
Doch dieses Lächeln war kalt.
Ohne ein Wort senkte sie Laura wieder.
Diese drehte sich langsam um die eigene Achse während sie im Griff ihrer Riesinfreundin hing und erkannte den eigenen Mund, riesengroß, sperrangelweit aufgerissen, unter ihr.
Dann wurde es düster. Sie war in der Kaverne ihrer Mundhöhle, es roch nach... Mund, und Blut.
Ihre Zunge erwachte unter Laura zum Leben, bäumte sich auf, sie flog in den Rachen und das Schlucken kam, sie fühlte es um sich herum und auch im eigenen Hals.
Plötzlich veränderte sich alles.
Laura saß neben einem kleinen Gebäude.
Chen Lu vor ihr, die sie gerade mit einem Winzling gefüttert hatte.
Ein kleines Rülpsen entkam Lauras Lippen. "Bye bye Ego", flüsterte sie mit einem leisen Grinsen auf den Lippen und griff, nach wie vor hungrig und ohne jede Reue, in das Internat hinein...
Laura schrie!
Sie schlug die Augen auf.
Schweißgebadet lag sie dort, der im Vergleich zum letzten Mal deutlich blassere Himmel über ihr.
Noch sah man die helleren Sterne, doch der Morgen kam.
Sie war traurig, verwirrt, zu ihrer Schande ein wenig erregt und vor allem Angewidert - von sich selbst.
Es war gut das sie keine Riesin war. Sie wäre ein Monster!
Laura war, wie fast alle Menschen, immer überzeugt gewesen "gut" zu sein...
Doch ihr Unterbewusstsein hatte mit diesem Traum eines glasklar gemacht:
Sie war nicht gut.
Ihr Super-Ego, ihr wahres Ich, war offensichtlich eine mordlüsternde, blutgierige Irre! Die Enthüllung brach Laura das Herz. Das schlummerte tief in ihr, verborgen von sich nicht bietenden Chancen straffrei Gewalt auszuüben?
Sie wusste nicht wie sie damit umgehen sollte. Sie kuschelte sich wieder in die Hautfalte in der sie es sich schon zuvor bequem gemacht hatte. Doch diesmal stellte sich das Gefühl von Geborgenheit nicht ein.
Stattdessen weinte sich Laura in den Schlaf.
((Kleinigkeit: Laura wird am nächsten Morgen wohl arg übernächtigt aussehen.
Sollte Chen Lu mit ihren erwachtem Beschützerinstinkt auffallen.))