Und weiter gehts:
Der Preis der Macht
Die Menge der Menschen wurde mit der Zeit größer. Mehrere Kamerateams kamen, um die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] zu filmen. Die Universitätsstadt stand schon bald im Zentrum der Aufmerksamkeit der ganzen Welt. Leonie war so etwas wie eine Touristen Attraktion, die viele Menschen anlocken konnte.
Jeder wollte die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] unbedingt sehen, die sich als Göttin vorgestellt hatte. Es war ihr peinlich, da sie immer noch nackt vor den Menschen saß. Am Anfang hatte es sie nicht gekümmert, dass die Menschen auf ihre Brüste und auf ihren Schritt sahen, doch inzwischen war es störend.
Als sie die Szene nicht länger ertrug, erhob sie sich. Die Menge wisch sofort von ihr zurück. Die junge Frau machte einen Schritt über die Leute hinweg. Dann folgte der nächste und sie war von den Schirmen der Fernseher verschwunden.
Ihr Weg führte sie in die Stadt, denn sie war das Warten auf den Bürgermeister satt. Wie konnte er es wagen, sie warten zu lassen? Vermutlich dachte er noch über seinen Auftritt nach oder er wollte sein Erscheinen einfach nur verzögern.
Deshalb würde Leonie jetzt einfach selber zum Rathaus gehen. Sie wusste schließlich, wo es stand. Ihr Weg führte sie durch enge Straßen und immer wieder trat sie auf Autos, die unter ihrem Gewicht zerquetscht wurden. Doch die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] versuchte mit ihren Füßen dorthin zu treten, wo sich nichts befand. Das war aber nicht immer möglich.
Zum Glück verlor sie nicht das Gleichgewicht. Wäre sie in eines der Häuser gekracht, wären die Folgen dramatisch gewesen. Während sie ging, fiel ihr auf, dass Peter gar nicht bei ihr war. Sie konnte sich auch nicht daran erinnern, ihren Freund an diesem Tag schon einmal gesehen zu haben,
Es war seltsam, dass er nicht da war, aber vielleicht hatte er einen guten Grund. Leonie beschloss, dass sie sich später darum kümmern würde. Jetzt war es erst einmal wichtig, dass sie den Bürgermeister traf.
Da der Park nicht wirklich weit vom Rathaus entfernt gewesen war, erreichte sie dieses kurze Zeit später. Auf ihren Weg hatte sie mehrere Autos und Schilder zerstört. Dazu hatte sie für ein Verkehrschaos gesorgt. Aber das brauchte sie ja nicht zu kümmern.
Als sie auf den Marktplatz trat, der gleichzeitig auch der Rathausplatz war, schien der Bürgermeister gerade in ein Auto steigen zu wollen. Natürlich bemerkte er die [lexicon='Riesin',''][/lexicon]. Es schien so, als würde er zusammenzucken. Dann drehte er sich um und ging zurück, bis das Auto direkt hinter ihm war.
Leonie war sich nicht sicher, ob es Entsetzen war, welches sein Gesicht verzerrte. Mit zuckersüßer Stimme meinte sie: „Hallo lieber Bürgermeister. Hat meine Botschaft sie erreicht? Ich würde nämlich wirklich gerne, etwas mit ihnen besprechen.“
Der Mann zuckte zusammen. Dann nickte er, was Leonie gerade so wahr nahm. Schließlich war der Mann mit der meisten, politischen Macht in der Stadt für sie weniger als acht Zentimeter groß.
Als sie noch näher kam, meinte sie zu sehen, wie sich der kleine Mann noch stärker an sein Auto presste. Doch er hatte vergessen, die Türe zu öffnen. Es fiel ihm auch zu spät ein, sodass Leonie ihn ohne Probleme hochheben konnte.
„Keine Sorge, Herr Bürgermeister. Ich werde ihnen nichts tun. Ich bin hier, um mit ihnen zu reden.“
Als der Mann nicht antwortete, meinte sie: „Ich bin eine Göttin und ich werde der Stadt weiterhelfen können. Ich vermag Dinge zu tun, die kein Mensch tun könnte. Und ich bin bereit, euch zu helfen. Aber dafür möchte ich von euch Kleidung und Nahrung bekommen. Da ich noch nicht lange unter den Menschen weile, möchte ich euch näher kennen lernen.“
Der Mann nickte und sie lächelte. Mit ruhiger Stimme meinte sie: „Ich bin mir sicher, dass beide Seiten davon profitieren werden. Was meinen sie, Herr Bürgermeister?“
Der Mann blieb eine Weile stumm. Dann sagte er, so leise, dass die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] ihn kaum verstand: „Also gut. Ich werde sehen, was sich da machen lässt. Nackt könnt ihr nicht bleiben. Das würde die Menschen nur von der Arbeit abhalten.“
Leonie musste ihm recht geben. So lange sie nackt war, würde sie viele Blicke auf sich ziehen. Und sie würde wohl auch für das ein oder andere erotische Nachtprogramm missbraucht werden.
Dann begann sie mit dem Bürgermeister über Details zu sprechen. Ihr Gespräch dauerte ziemlich lange. Am Ende ging die Sonne schon unter, als sie den Mann wieder auf den Boden setzte. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass die Zeit so schnell vergangen war.
Dennoch war sie müde. Deshalb machte sie sich auf den Weg zurück zum Park. Schon bald entdeckte sie mehrere Sperrungen, die durch die Polizei errichtet worden waren. Deshalb waren auch keine Menschen zum Rathaus vorgedrungen.
So hatte die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] ungestört mit dem Bürgermeister reden können. Sobald sie aber die Sperren hinter sich ließ, folgten ihr wieder zahlreiche Kameras. Deshalb ging sie möglichst schnell durch die Straßen.
Aber es war gar nicht so einfach, durch die Menge von Menschen zu gehen. Nur Weil die die Winzlinge flink genug vor ihren Füßen flohen, kam niemand zu schaden. Leonie war dankbar dafür.
Ihr wurde wieder einmal bewusst, wie viel Macht und Kraft sie jetzt hatte. Schon beim letzten Mal war sie eine Gefahr für die Menschen gewesen. Doch jetzt war sie noch einmal deutlich größer. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ihre [lexicon='Füße',''][/lexicon] den ersten zerquetschen würden.
Als sie den Park erreichte, stellte sie zufrieden fest, dass dieser komplett gesperrt war, damit sie ungestört schlafen konnte. Sie stieg ohne Probleme über die Absperrungen und legte sich in der Mitte auf eine Wiese.
Sie war so müde, dass sie sogar ihren knurrenden Magen ignorieren konnte. Doch dafür würde ihr Hunger am nächsten Tag umso größer und gefährlicher sein. Ihre Gedanken waren aber bereits zu träge, sodass sie sich gar nicht darum scherte.
Als sie lag, fielen ihr sofort die Augen zu und sie schlief ein. Es machte ihr nichts aus, dass Schnee aus dem Himmel fiel. Denn noch immer war ihr so warm, als wäre Sommer gewesen. Eine frierende Göttin wäre aber auch komisch gewesen...