Kapitel 16: Hoher Besuch
Ungeduldig wartete Laura darauf, dass die Präsidentin ihres Landes endlich erschien. Sie hatte lange gebraucht, um sich auf diese Situation vorzubereiten, aber wieder hatte ihr ihre Erfahrung auf der Arbeit geholfen.
Die junge [lexicon='Frau',''][/lexicon] war in der Lage mit fast jeder Kriesensituation umzugehen. Bisher hatte sie es geschafft, mit ihrer gewaltigen Größe zu leben, ohne das dabei Personen zu schaden gekommen waren.
Sie blickte in den Himmel und dachte daran, dass Thar und Ian sicherlich noch irgendwo versteckt warteten und ihre Forschung betrieben. Die junge [lexicon='Frau',''][/lexicon] war sich fast schon sicher, dass sie irgendwann wieder in dem Licht des seltsamen Strahls baden würde. Sie fragte sich, welche Größe sie dann wohl erreichen würde? Ihre 152 Meter erschienen ihr schon gewaltig, aber sie wusste, dass es sicherlich noch viel viel größer ging.
Sie blickte wieder hinab auf die Kaserne. Selbst im Sitzen hatte sie das Gefühl sich in einem riesigen Nest aus kleinen Insekten zu befinden. Wenn sie sich nicht konzentriere, waren die Menschen winzige Lebenwesen, die versuchten ihr Leben so normal, wie es ihnen möglich war, neben der gewaltigen [lexicon='Frau',''][/lexicon] zu leben.
Laura hatte nie das Selbstbewusstsein gehabt, sich als schön zu bezeichnen. Aber nun bekam sie sehr viel Aufmerksamkeit. Es gab keinen Menschen in der Kaserne, der ihre Anwesenheit leugnen konnte. Sie ragte nun einmal auch im Sitzen 75 Meter in den Himmel.
Laura strich sich zum gefühlten hundersten Mal eine Strähne aus dem Gesicht. Ihr entging nicht die kleine Kolonne an Autos, die sich der Kaserne näherten. Das Blaulicht der Streifenwagen schien förmlich zu schreien: „Hier kommt das höchste Oberhaupt des Landes.“
Ihr Herz begann schneller zu schlagen, als die Autos in die Zufahrt bogen und dort erst einmal zum Stillstand kamen. General Henry hatte für einen angemessenen Empfang gesorgt, weshalb es etwas dauerte, bis die Autos tatsächlich auf das Gelände fuhren.
Neugierig beobachtete sie, wie aus den winzigen Fahrzeugen noch winzigere Menschen stiegen. Sie schätzte ihre Größe aus der Distanz auf etwa einen Zentimeter. Es gab keinen Grund daran zu zweifeln, dass der Besuch sie bereits bemerkt hatte. Man konnte sie eigentlich gar nicht übersehen, wie sie dort stumm und vollkommen ruhig im Sitzen sogar den Ausguck der Kaserne überragte.
Nichts in ihrer Nahen Umgebung konnte auch nur annähernd an ihre Größe reichen. Laura erschauderte, als sie sich wieder ihrer unglaublichen Größe bewusst wurde. Ihre Anspannung wuchs, als die winzigen Menschen nun langsam auf sie zu gingen. Dabei gingen sie zwischen zwei Reihen von Soldaten, die ihre Gewehre so angelegt hatten, wie das bei solchen Empfängen üblich war.
Sie folgte ihnen mit ihren grünen Augen und versuchte dabei ein so unschuldiges Gesicht zu zeigen, wie ihr nur möglich war. Es war schon irgendwie seltsam, sich von so winzigen Geschöpfen Befehle erteilen zu lassen. Als Menschen würde man ja auch nie auf die Idee kommen unter einer Biene zu dienen.
Laura gestand, dass der Vergleich nicht sehr fair war. Die Menschheit war nie eine Biene gewesen. Sie hingegen fühlte sich immer noch als Mensch. Sie hatte dort unten Freunde, Bekannte und frühere Arbeitskollegen. Ihr Freund war ein ganz normaler Mensch.
Noch einmal blickte Laura an sich herunter, um zu schauen, ob alles saß- Das tarnfarbene Bikinitop versuchte ihre beiden Brüste in Position zu halten. Man konnte aber trotz des Stoffes die perfekte Form ihrer Busen erkennen. Weiter unten befand sich ihr Bikinihöschen. Sie bemerkte nicht, dass besonders hinten der Stoff zwischen ihren beiden Pobacken klemmte. Aber auch vorne hatte er sich in ihren Spalt geschoben. Ihre beiden Beine erstreckten sich links und rechts davon über den Platz. Sie hatte sie so gespreizt, dass sie angenehm saß, aber gleichzeitig die Menschen theoretisch bis an ihren Schritt herantreten konnten.
Sie sah, wie sich die Menschen dennoch hinter ihren Füßen aufreihten und sie auf sicherer Entfernung betrachteten. Vermutlich war die Sorge doch noch zu groß, dass sie eine unbedachte Bewegung machen konnte.
Als die Menge zum Stehen gekommen war, neigte Laura ihren Kopf, um die Präsidentin angemessen zu begrüßen. Geduldig wartete die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] darauf, dass man das Wort an sie richtete.
„Sie müssen Laura Miller sein.“, erklang die zarte Stimme der Präsidentin durch ein Megafon. Sie hatte die Wahlen damals gewonnen, weil sie sich um die Menschen im Land gekümmert hatte und eine Nähe gezeigt hatte, die andere Politiker vermissen ließen.
Die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] erschauderte leicht, als sie ihren Namen hörte. Es war komisch, wenn man direkt von einer so wichtigen Person angesprochen wurde. Sie war es überhaupt gar nicht gewohnt, von solcher Prominenz beachtet zu werden.
„Es ist eine Ehre, Sie persönlich kennenzulernen, [lexicon='Frau',''][/lexicon] Präsidentin.“, hauchte sie. Dennoch dröhnte ihre Stimme über die Kaserne und war überall zu hören.
„In den letzten Tagen habe ich viel von Ihnen gehört und auch einige Aufnahmen gesehen. Dennoch muss ich ehrlich sagen, dass Ihr Anblick dann doch noch einmal etwas anderes ist.“, sagte die Präsidentin mit aufgeregter Stimme.
Sie machte eine Pause. Es war offensichtlich, dass Lauras gewaltige Größe sie aus dem Konzept gebracht hatte. Das war wohl eine Reaktion, an die sich die junge [lexicon='Frau',''][/lexicon] gewöhnen musste. Es wäre auch seltsam gewesen, wenn man keine Ehrfurcht vor ihrer gewaltigen Größe und damit verbundenen Kraft gehabt hätte.
„Ich versichere Ihnen, dass ich weder Ihnen noch einem anderen Bürger dieses Landes Schaden zufügen möchte.“
Plötzlich löste sich eine Person aus der Menge. Ein kleiner Tumult entstand, als man versuchte sie aufzuhalten. Doch Laura konnte sehen, wie die Präsidentin sich nun zwischen ihre beiden Beine begab. Seltsamer Weise folgte ihr niemand. Das konnte daran liegen, dass sie klare Befehle erteilt hatte oder weil sich niemand traute.
Laura hielt den ersten Grund für wahrscheinlicher. Geduldig wartete sie, bis die Präsidentin in etwa fünf Meter Entfernung von ihrem Schritt stehen blieb. Nun musste sie den Kopf in den Nacken legen, um zu ihr hoch zu schauen. Laura hingegen konnte gerade noch an ihren beiden Brüsten vorbei nach unten schauen.
„Aus der Nähe ist Ihre Erscheinung nur noch imposanter, [lexicon='Frau',''][/lexicon] Miller. Ihre Aussicht von dort oben, dürfte nicht schlecht sein.“
Laura blinzelte. Versuchte die Präsidentin im Moment tatsächlich vollkommen normal mit ihr zu reden? Sie hatte nicht damit gerechnet, dass sich dieses Treffen so entwickeln würde. Sie wusste nicht, was sie darauf anworten sollte, weshalb sie ihren Mund geschlossen hielt.
„Ich weiß Ihre Kooperation zu schätzen, [lexicon='Frau',''][/lexicon] Miller. Sollten Sie daher einen Wunsch haben, so brauchen Sie diesen nur zu äußern. Sollte es in meiner Macht sein, Ihren Wunsch zu erfüllen, werde ich das tun.“
Es war offensichtlich, dass es sich das Staatsoberhaupt nicht mit ihr verscherzen wollte. Laura wurde sich wieder bewusst, dass ihre neue Größe ihr auch neue Möglichkeiten bot. Plötzlich konnte sie Dinge tun, von denen sie vorher nur geträumt hatte. Viele wünschten sich sicherlich einen solchen Satz von der wichtigsten Person im Lande zu hören.
„Ich danke Ihnen, [lexicon='Frau',''][/lexicon] Präsidentin. Ich bin froh, dass ich so aktzeptiert werde, wie ich jetzt bin. Die Situation ist sicherlich für beide Seiten nicht einfach. Wir alle müssen erst einmal lernen, mit meiner Größe umzugehen.“
Wieder entstand eine Pause. Anscheinend war sich die Präsidentin nun auch nicht mehr sicher, wie sie mit der [lexicon='Riesin',''][/lexicon] reden sollte. Laura wartete geduldig darauf, dass sie oder jemand anderes sagte.
„Ich werde Sie morgen persönlich der Öffentlichkeit vorstellen, [lexicon='Frau',''][/lexicon] Miller. Ich fürchte, Ihre Existenz lässt sich nicht weiter vor der Bevölkerung verschweigen. Es ist ein Wunder, dass durch die Medien bisher nichts durchgesickert ist.“, meinte die Präsidentin und versuchte dabei schon fast wie eine besorgte Mutter zu wirken.
„Ich verstehe.“, antwortete Laura.
„Dürfte ich Sie bitten, sich kurz zu stellen?“, fragte sie die Präsidentin.
Laura nickte perplex, ehe sie sie langsam mit der Hilfe ihrer Hände ihren Po vom Boden hob. Langsam stieg ihr Kopf weiter und weiter gegen Himmel. Es dauerte etwas, bis sie sich zu ihrer vollen Größe aufgerichtet hatte, da sie aufpassen musste, dass sie nicht versehentlich auf jemanden trat. Am Ende stand sie mit ihren Füßen auf der eingedrücken Stelle, wo vorher ihr Po gesessen hatte.
Sie blickte hinab zu der noch kleiner wirkenden Präsidentin. Ihr Körper war nun ein großer dunkler Schatten, der über die gesamte Kaserne in den Himmel ragte. Laura badete im sanften Sonnenlicht. Vorsichtig klopfte sie den Dreck von ihren Pobacken. Die Teerklumpen schlugen heftig auf den Boden auf, wo sie in tausende kleinere zersprangen.
„Es wäre wohl keine gute Idee, wenn Sie in die Stadt gehen würde. Das würde leicht zu einer Massenpanik führen. Also schlage ich vor, dass Sie erst einmal hier bleiben, bis sich alle an Ihre Größe gewöhnt haben.“
Laura nickte, ehe sie fragte: „Darf ich mich wieder setzten?“
„Oh, ja natürlich.“, hörte sie die Antwort der Präsidentin.
Wieder versuchte sich Laura so vorsichtig, wie es ihr möglich war, zu setzen. Sie war sich sicher, dass jeder in der Menge den Atem anhielt, als ihre [lexicon='Füße',''][/lexicon] förmlich auf sie zu rollten. Sie blieben aber zum Glück quasi an der selben Stelle liegen, wo sie auch vorher schon gewesen waren. Nur befand sich nun an den Fersen ein Haufen Teer, den Laura davon geschoben hatte.
Lauras gewaltiger Po hatte zusätzlich ein leichtes Beben ausgelöst, als er auf den Boden aufgekommen war. Die junge [lexicon='Riesin',''][/lexicon] atmete erleichtert tief durch, als sie wieder saß. Ihre gewaltige Größe löste in ihr immer mehr gemischte Gefühle aus. Sie war sich wieder bewusst geworden, wie überlegen sie den Menschen nun war.
„Da diese Angelenheit nun geklärt ist, muss ich mich leider erst einmal von Ihnen verabschieden. Wäre es Ihnen recht, wenn wir uns heute Abend in aller Ruhe unterhalten würden?“
„Wenn das Ihr Wunsch ist, bin ich gerne bereit mit Ihnen zu sprechen.“, sagte Laura mit leicht zitternder Stimme. Sie wusste noch immer nicht, wie genau sie jetzt mit der Präsidentin umgehen sollte.
Sie sah sah dabei zu, wie die winzige [lexicon='Frau',''][/lexicon] wieder zwischen ihren Beinen entlang zurück zu den anderen Menschen ging. Dort wurde sie entfangen, ehe der gesamte Truppe sich wieder in Bewegung setzte.
Laura verlor recht schnell das Interesse daran, dem langsamen Gang weiter zuzuschauen. Stattdessen legte sie sich komplett auf den Boden, um zum Himmel zu schauen. Sie beobachtete, wie die winzigen weißen Volken vorüber zogen, während sie sich in der Sonne sonnte. Seltsamer Weise brauchte sie keine Angst vor einem Sonnenbrand zu haben, obwohl die Strahlen am heutigen Tag recht stark waren. Es hatte sich eben nicht nur ihre Größe geändert.
Laura nutzte die Zeit, um über das Gespräch mit der Präsidentin nachzudenken. Sie wusste wirklich nicht, was sie davon halten sollte, wie diese mit ihr gesprochen hatte. Zwischen den wenigen Fernsehauftritten, die sie gesehen hatte, und ihrem jetzigen Treffen gab es deutliche Unterschiede. Sie wusste aber auch ehrlich gesagt nicht, was die Präsidentin wirklich für ein Mensch war. Vielleicht würde sie das auch nie herausbekommen.