16. Kapitel Auswandern?
Der Platz vor dem Rathaus ist schon
grün vom Militär. Panzer, Haubizen und ein Heer stehen bereit. Seit dem die
Generalität vom Tod Gilmores erfahren haben, haben sie mobil gemacht.
Balthasars Anruf war somit völlig unnötig gewesen. Weil sich Sedar und Dia
angeregt unterhalten haben, bemerkt sie erst beim Betreten des Platzes das
Aufgebot an Panzern und Fahrzeugen am Boden und die hinter den Gebäuden
aufsteigenden Kampfhubschrauber und Jagdflugzeuge. „Oh, oh,“ macht Dia kurz. „Shit!“
Sedar flucht. Da erschallt auch schon eine Stimme: „Dia Zernoka! Ergeben Sie
sich! Sie haben keine Chance. Setzen Sie Herrn Saxas vorsichtig ab,“ sagt ein
Megafon. Ihre dunklen Augen sind überraschend geweitet. Die bekannten Hubschrauber
mit den fiesen Raketen rücken näher, sind gleich in Reichweite. Wie Hornissen
schweben sie über dem Rathaus, das Dia gegenüber steht. Es werden auch am Boden
Raketen in Stellung gebracht. Dia erinnert sich noch gut an die Schmerzen, die
die Raketen ihr am Präsidentenpalast bereitet hatten und hebt automatisch die
Arme langsam hoch. Saxas auf ihrer Schulter beginnt zu toben: „Dia! Ich befehle
dir, sie zu vernichten!“ Seine Stimme überschlägt sich. Er hat sich nicht unter
Kontrolle. „Meister, gegen diese Raketen kann ich nicht…,“ sagt sie kleinlaut.
„Paperlapapp,“ unterbricht er sie, „trete die Panzer platt, schlag die
Hubschrauber vom Himmel!“ Ihr Kopfschmerz kehrt zurück, den sie bekommt, wenn
sie gegen die Befehle ihres Meisters ist. Aber die Erinnerung an die Raketen
ist so intensiv, sie hat große Angst davor. Reale Schmerzen. „Nein, ich kann
nicht,“ antwortet sie Sedar. Er schreit vor Wut. „Dann? Rückzug! Los Dia, beweg´
deinen dicken Arsch, das kannst du wohl noch?“ – „Ja, Meister!“ Die Gigantin beginnt,
sich zu wenden. Riesige Scheinwerfer werden auf sie gerichtet.
„Frau Zernoka, ergeben Sie sich!
Wenn Sie jetzt gehen, feuern wir,“ schnarrt die Stimme aus dem Megafon. Ein
Ruck geht durch Dias Körper. Sie hat gestoppt und Sedar diesem einen Moment
nicht aufgepasst. Er verliert den Halt, kippt vornüber und rutscht bäuchlings von
ihrer Schulter, gleitet in Richtung Dias linker Brust. Er schreit, denn er
fällt die ersten Meter, bevor er von der beginnenden, massiven Busenwölbung abgebremst
wird, die sich vor ihm ausdehnt. Er gleitet mit Schwung und übel fluchend über
die halbe Oberfläche von Dias riesiger Titte, bis er bäuchlings auf ihr liegenbleibt.
Mit ihm auf der oberen linken Brustsphäre dreht sie sich zur Armee zurück und
hält die Hände nach oben. „Ich ergebe mich!“ sagt sie und der Kopfschmerz fährt
ihr stärker als je zuvor in ihr Gehirn. Scheiß Gentechnik, sind ihre Gedanken
und sie presst beide Augenlider zu. Wie ein Rumpelstilzchen rastet Sedar aus.
Der Schmerz in ihrem Kopf ist direkt proportional wie die Wut in Sedar auf sie,
vermutet sie. Er hüpft wie wild auf Dias dickem Riesenbusen herum, aber das
spürt sie kaum, schließlich ist er gerade einmal eine bessere Fliege, fast
unscheinbar auf dem mächtigen Rund ihrer üppigen Brust.
„Knien Sie jetzt, Frau Zernoka!“
Die Stimme aus dem Megafon wird ein bisschen freundlicher, fühlt Dia. Wenn nur
nicht diese unerträglichen Kopfschmerzen wären, die ihr Ungehorsam gegen ihren „Meister“
erzeugt. Ihre Beine knicken, sie geht tiefer. Die Soldaten zu ihren Füßen
ziehen sich zurück. 5 – 4 – 3 – 2 – 1 - BUUUUMMM! Als Ihre Knie den Boden
berühren, spritzt der Teer und 100 Mann stürzen, Panzerfahrzeuge in der Nähe
machen einen Satz. Irgendwo klirren Fenster. Durch das Aufsetzen ihrer Knie
schaukeln Dias Brüste – vielleicht mehr, als erwartet? Hat Dia unbewusst ihren
Oberkörper zusätzlich bewegt? Jedenfalls wirft es Sedar, der sich gerade
aufgerappelt hat, sofort wieder von den Beinen. Er liegt jetzt auf dem Rücken
und schaut hinauf in ihr wunderschönes, riesiges, makelloses Gesicht weit über
ihm. Sie schaut nicht zu ihm sondern in Richtung Rathaus. „Diaaaa! Gehorche
mir,“ schreit er. Seine Stimme erreicht zwar ihr Ohr, aber Dia nimmt keinen
Blickkontakt auf. Jetzt hart bleiben, oder ich komme nie aus dem Teufelskreis, denkt
sie unter heftigem Kopfschmerz, der an Intensität zunimmt. Geschickt tasten ihre
langen Finger nach ihm. Sie nimmt ihn von ihrem Busenberg und hält ihn hoch.
Daumen und Zeigefinger halten ihn an einem Bein. „Hier habt ihr ihn!“ Dia
kneift die Augen wieder vor Schmerz zu. Mit diesen, für Sedar unfassbaren
Worten des Verrats setzt sie ihn zu allem Überfluss vor sich ab.
Hausgroß ragt ihr Knie auf, vor
dem Sedar jetzt auf dem Boden liegt. Die Soldaten rechnen nicht mit dieser
plötzlichen Geste des Entgegenkommens. Plötzlich springt Sedar auf, die
Soldaten legen an. Klacken von hunderten Gewehren, die sich bereit machen. Flink
saust er ist um Dias Knie herum in Deckung, rennt zwischen ihren Beinen unter
ihr durch. Er passiert keuchend ihre Unterschenkel. Die Dias Po ist über ihm.
„Haltet ihn,“ ruft das Megafon irgendwo in den Soldaten vor Dia. Sie weiß, wo
er hin ist! Unter ihren Oberschenkeln ziehen sich die Beine heraus, die Fersen
und … WOOOOMM, FOUUUCH! BUUUMMM! Dias gewaltiger Po rutscht von den Beinen und plumpst zu Boden. Während
die Erde wieder schwer erzittert, reißt ihr Kopfschmerz plötzlich ab. Die
Soldaten sind fast alle in die Knie gegangen. „Ich hab ihn…“ stammelt sie,
„ich… habe mich auf ihn gesetzt!“
Sie hat ihn zermatscht. Dia
dreht ihren riesigen Oberkörper, langt mit dem Arm nach unten und stützt sich
ab. BLUBBB! Ihre riesigen Glocken baumeln gefährlich nahe an den Giebeln der
alten Stadthäuser am Rathausplatz vorbei. Eine falsche Bewegung und ihre
Abrissbirnen würden einen hohen Schaden anrichten. „Umdrehen und wieder Hände
hoch!“ Dem Befehl kommt sie jetzt gerne nach. Der tote Sedar Saxas ist von dem
Monsterpo in den Asphalt gepresst. Sie sitzt sich brav vor dem Meer aus
Soldaten. Knapp 30 Meter dick sind Dias massive Oberschenkel, an denen nun
tarnanzügige Männer und Frauen Stellung beziehen. Seile werden über die
Schenkel geschossen und auf der gegenüberliegenden Seite eingefangen. Mit
Bolzen werden die Seile im Boden verankert. „Das ist doch nicht euer Ernst,“ lacht
Dia und schaut ungläubig herab. Geschäftig befestigen 300 Soldaten in
Windeseile etwa 50 Seile an ihren langen Beinen, die jetzt ausgestreckt über
den Platz liegen. Doch sie spannt kurz ihre Muskeln an. ZACK! FUTTZSSS! Die
Seile reißen ab oder werden aus dem Boden gerissen. „Lächerlich. Lasst das mit
den Seilen! Ich habe so viel Kraft, dass ich eure Panzer in der Faust
zerdrücken könnte,“ mault sie. Der Militärführer lässt sie aber nicht in Ruhe.
„Sie werden nun vor ein Gericht
gestellt, Frau Zernoka. Ihnen wird vorgeworfen, weit über 10.000 Menschen
getötet zu haben. Sei es durch Verschlingen, Zertreten oder Gewalt. Ganz zu
schweigen von ihren zerstörerischen Taten. Landfriedensbruch!“ Dia lauscht erst
belustigt, aber dann mit leicht betretenem Gesichtsausdruck der Stimme, die
noch nicht fertig ist, mit dem Aufzählen ihrer Taten. „Als Staatsfeindin werden
Sie augenblicklich das Land verlassen,“ schließt der Militärmann wie ein
Hauptankläger seine Ausführung. Sie ist verdutzt „Und wenn ich nicht gehe?“ Zu
schnippisch, ihre Antwort. Sie hat immer noch nicht den Sprecher in der Menge
der Soldaten und der Fahrzeuge ausmachen können, obwohl sie sich streckt und
intensiv Ausschau hält. Ein Schwarm Helikopter umrundet gerade großzügig den Bauch
der [lexicon='Riesin',''][/lexicon], steigen knatternd auf bis zu den Brüsten. Sie blickt ihnen nach. „Wenn
Sie nicht gehen, schießen wir mit den UB40 sofort zehn Raketen auf Sie ab, Dia
Zernoka. Das überleben selbst Sie nicht!“ Der sitzende Koloss überlegt. Sie scheint
einzulenken. „Hmpf! Ja. Ist klar,“ knurrt sie dann, „obwohl ihr kleinen
Menschen so verdammt süß und lecker seid!“ Dia kann nicht anders, ihre Zunge
fährt bereits über ihre Lippen und stellt sich vor, wie genial die winzigen
Soldaten schmecken würden, drückte ihre Zunge sie gegen den Gaumen. Stöhnend
streicht die Hand über die enormen Rundungen ihres Bauches. Das gurgelnde,
grollende Geräusch aus seinen Tiefen ist eindeutig. Die Leere in ihrem Magen
nimmt wieder zu, denn der Verdauungsapperat pumpt beständig den Nahrungsbrei
weiter. Der Pegelstand im Magen sinkt, die Massen rutschen weiter durch den
Darm. GLORRRK!
Dann rollt sie die Augen: „Ok, ihr
habt gewonnen,“ sagt sie genervt, „aber ich muss mich richtig zurückhalten, um
euch leckeren Soldaten jetzt nicht einfach so zu vernaschen.“ Meterbreites
Lächeln, das aber sofort von ihrem Mund verschwindet. „Wenn ihr mich nicht
haben wollt und so lieb bittet,“ mault sie, „dann gehe ich eben!“ Immerhin
bringen sie mich nicht für meine Taten um, denkt sie resigniert und steht auf. Imposant
richtet sie sich auf. Wird sie wirklich einfach so gehen? Wortlos steht auf dem
Platz, vor ihr die winzigen Soldaten. Sie über 170 Meter groß, zu ihren Füßen
direkt vor den Zehen, klein wie Fleischfliegen das menschliche Heer. Einen
Moment überlegt Dia, sich wieder zu setzen und hier zu bleiben, aber die
herannahenden UB40s mit ihren Positionslichtern und den geladenen Raketen
lassen sie erschaudern. Die gefürchteten Kampfhubschrauber umkreisen sie jetzt auf Brusthöhe wie große, bedrohliche
Insekten. Einzelne könnte sie aus der Luft schlagen, doch dann würden die
anderen sofort feuern. WAMMM! Dia hat ihren ersten Schritt nach vorn gemacht.
Es staubt. Wie immer sinkt ihr [lexicon='Fuß',''][/lexicon] etwas in den Boden und die Häuser um sie
herum erzittern. Dia kennt den Weg. WAMM! WAMMM! Sie nimmt die nächste
Seitenstraße. Die Gebäude sind weit genug voneinander entfernt, so dass es für
ihre Breite kein Problem ist. Doch sie achtet weder auf dort parkende
Fahrzeuge, noch auf die Straßenlaternen. Ihr ist jetzt egal, worauf sie tritt –
sie verlässt die Stadt für immer. Es kracht und klirrt zu ihren Erdbeben,
geparkte Autos zerplatzen unter ihren Fußballen, Fahrräder und Laternen die sie
nicht übersteigt werden knirschend in den Boden gepresst. An Dias Schienbeinen
reißen die quer über die Straße gespannten Leitungen für die Straßenbahn, deren
Schienen schon unter dem enormen Gewicht der [lexicon='Riesin',''][/lexicon] unter ihren Füßen
deformiert werden.
Da sie weit zu sehen ist und ihr
Weg bekannt – nämlich raus aus der Stadt, kommen so gut wie keine Menschen zu Schaden.
Nach ein paar Minuten reichen Dia die Gebäude nur noch auf Nabelhöhe, später in
den Randbezirken selten über das Knie. Dann hat sie auch das letzte Wohngebiet
verlassen, immer begleitet von 7 UB40, die erst von ihr ablassen, als sie zur
Grenze nach Hordia kommt.
„Puh, echt krass was mit unserer
Dia passiert ist,“ meint Hein zu seiner Kollegin
Rity. „Ja,“ antwortet sie, „im Fernsehen läuft fast nichts anderes! Unsere
Firma ist schuld an…“ – „Psst! Nicht so laut!“ Die beiden stehen am
Kaffeeautomat und machen eine Pause. Im Büro der fünften Etage von MÜWE ist
seit Dias immensem Wachstum keine Ruhe mehr eingekehrt. Der Nachfolger von
Friedenstein hat alle Hände damit zu tun, die Kunden zu halten. Die Mitarbeiter
sind verunsichert und außerdem ist sie eine Kollegin aus den eigenen Reihen. „Unfassbar,
dass Dia sich auf den zwielichtigen Deal überhaupt eingelassen hat,“ mault Rity
und nimmt einen großen Schluck. Der MÜWE Kaffee schmeckt wie… ihr fehlen die
Worte. Jedenfalls nicht gut. Und trotzdem trinken sie ihn. Jetzt mehr als
sonst. „Ja, das hätte ihr doch auffallen können, oder?“ Hein wirft Geld ein. „Ja!
Allein wie dieser Septorian ausgesehen hat. Total verkauzter alter Mann war das!“
Rity gestikuliert. Weitere Menschen passieren die beiden, sie stehen auch
mitten mi Verbindungsgang. „Haben wir dann nicht auch einen Teil Verantwortung?
Weil Dia unsere Kollegin ist?“ Er fischt den Kaffeebecher aus dem Loch des
Automaten. „Was meinst du?“ Rity blickt ihn an. „Nun ja, vielleicht können wir
Dia aufhalten. Schließlich hört sie vielleicht auf uns. Wäre einen Versuch
wert.“ – „Schön. Du schlägst also vor,“ sie schmunzelt, „wir ziehen also zu
zweit los und suchen unser Riesengirl. Am besten nach Feierabend?“ Hein grinst:
„Ja, warum nicht. Weißt du was? Ich war vor zwei Jahren ganz verschossen in
Dia. Aber sie wollte nichts von mir wissen. Immer nur die kalte Schulter.“ – „Ah,
daher weht der Wind. Du willst sie also immer noch rumkriegen,“ meint Rity
lacht kurz auf. Hein blickt etwas peinlich berührt drein. Vielleicht hätte sie
nicht lachen sollen. „Sorry, Hein. War nicht so gemeint. Aber ich hab echt
Schiss. Was die angestellt hat. Dia wird uns doch nie und nimmer erkennen.
Überleg doch mal. Wie klein wir sind. Außerdem hat sie das Land verlassen!“ – „Komm
Rity. Tu mir den Gefallen und komm mit. Sie ist in Hordia. Meine Eltern haben
dort ein Ferienhaus. Zoe und Eli kommen auch mit!“ Oh Gott, denkt Rity. Nicht
die Weiber aus der 6. Etage. Kein Wunder, dass die mitkommen auf dieses
Himmelfahrtskommando. Dia saß genau einen Schreibtisch weiter. „Rity. Ich verspreche
dir, keiner kommt in Gefahr. Wir fahren mit dem Auto nach Hordia und wenn wir
nichts machen können, fahren wir wieder zurück. Hm?“ Rity weiß, dass Hein alles
versuchen wird. Es könnte ein Abenteuer werden. „Ok, ich machs,“ sagt sie, „aber
nur bis Sonntag. Sonst ist mein Freund sauer!“
Hordia hat eigentlich keine
Armee. Ein kleines Land, neutral, immer auf der Seite des Fortschritts und hat
sich bisher in noch keinen Krieg eingemischt. Hauptexportgut: Weizen. Bis jetzt,
denn nun haben sie die größte und hungrigste Frau der Welt im Land. Der
Präsident von Hordia sieht das fast als eine Kriegserklärung, Dia hier her zu
treiben. Doch was will er machen. Er ist praktisch militärisch machtlos gegen
sein Nachbarland. Also hat er nur empört beim Nachfolger von Gilmore angerufen
und sich beschwert. Seit dem hockt der Präsident lethargisch vor dem Fernseher,
wie jemand, der alles schon verloren hat. Es war für Dia ein Leichtes, den
Grenzposten an der Landstraße zu überschreiten. Sie nimmt nicht mal die
protestierenden Grenzer wahr. Ein paar Erdbebenschritte später ist die Gigantin
bereits in dem nahen, ausgedehnten Wald verschwunden. Aber was heißt
verschwunden: Dia ist so gewaltig, dass man sie problemlos immer vom Satelliten
aus orten kann. Für sie ist es im Wald, als wate sie durch hüfthohes Gras. Wie
ein breiter, rundgewölbter Schiffsrumpf eines Atom-U-Boots schiebt der mächtige
Bauch der jungen Frau die Baumwipfel auseinander, hinter der [lexicon='Riesin',''][/lexicon] schließt
sich die Schneise größtenteils wieder. Die Luft scheint wärmer geworden zu
sein. Hordia hat auch einen Hafen an der Meerenge von Gorint, wo es immer drei
bis vier Grad wärmer ist. Mir ist langweilig, denkt Dia. Sie geht schon seit Stunden
durch den Wald und sie ist müde. Sie stoppt. Atmet die frische Nachtluft. Es ist
stockdunkel. KRACH! KNIRSCH! BOOOMM! Sie knickt ihre Knie und der herabsinkende
Mega-Po verschafft sich Platz. Über 80 Bäume brechen an ihren Oberschenkeln,
noch viel mehr werden niedergewalzt, als die schwarzhaarige Schönheit ganz
setzt.
Am nächsten Morgen irgendwo auf
der Landstraße kurz hinter der Grenze nach Hordia bewegt sich das kleine Auto
mit vier Arbeitskollegen aus der MÜWE nach Westen. „Also ich weiß, wo wir
hinmüssen!“ Eli tippt auf ihrem Smartphone herum. „In meinem News Channel sagen
sie, dass ein Jäger sie im Wald nahe der Festung Triban gesichtet wurde. Soll
ich vorlesen?“ Der Fahrer, Hein winkt nach hinten. Eli liest weiter: „Dia
Zernoka ist soeben erwacht und sie hat in einer Lichtung übernachtet. Auf einem
Gebiet von fünf Hekatar fehlen alle Bäume, der Boden ist wie abgegrast!“ Rity
auf dem Beifahrersitz dreht sich um. „Mehrere Hektar…,“ murmelt sie ungläubig.
Sie überlegt. Früher als Dia noch einen Meter siebzig war, hat sie schon
ordentlich gegessen. In ihrem Kopfkino steht sie auf einer Anhöhe im Wald und
blickt die Anhöhe hinab. Dort, keinen Kilometer entfernt sitzt Dia und reißt
die Bäume wie Blumensträuße aus dem Boden, führt sie hoch und schiebt sie in
den Mund. „Wahnsinn… mehrere Hektar. Was für ein Monster sie geworden ist!“ –
Eli liest weiter vor. Auch Zoe neben ihr wird immer fahler im Gesicht. Weiß
nicht, warum sie hier in das Auto gestiegen ist, dessen Ziel ihre gigantische
Kollegin Dia ist. Sie dreht den Kopf in Richtung Fenster. „Nun ist sie wieder
aufgestanden und bewegt sich durch den Wald in Richtung Bergdorf Yula zu. Die
Bewohner sind aufgefordert…“ – „Hör bitte auf, Eli. Ich kriege eine
Scheißangst,“ jammert Zoe. „Nein, lies weiter,“ meint Hein. „…sind aufgefordert
sofort ihre Häuser zu verlassen, bevor Frau Zernoka eintrifft!“ Die nächst
Ausfahrt. „Hier geht’s nach Yula. Da fahren wir ihr direkt in die Arme!“ Hein
zieht den Wagen nach rechts. Zoe: „Nicht, bitte! Lass uns umkehren!“ Jetzt
sehen es alle. In etwa 10 Kilometer Entfernung. Dia stampft in Sichtweite,
Vibrationen des Bodens sind trotz des fahrenden Autos wahrnehmbar. Gebannt schauen
alle vier in Richtung [lexicon='Riesin',''][/lexicon]. „Wow. Die wirkt kleiner im Fernsehen,“ bringt
Hein heraus. Glotzt langsam an Dias enormen Bauch nach oben bis zu den dicken,
wackelnden Prachtmöpsen, die so gewaltig sind, dass Hein fast laut aufstöhnen
muss. In seiner Hose regt sich was und wenn er nicht aufpasst geht ihm bei Dias
Anblick vor den Mädels einer ab. BUMMM! BUMMM! „Wahnsinn!“ Zoe murmelt etwas
und tastet ihre recht kleinen Brüste ab, während sie nach oben schaut. „Tja,
Zoe, das ist unsere Dia und die hatte schon immer mächtig was vor der Hütte,“
lacht Eli, die ihr Smartphone weg steckt. „Stimmt,“ lächelt sie, „ich war schon
immer ein wenig neidisch auf sie!“ Hein tritt auf das Gas. Dia ist schnell. Ein
Schritt über 70 Meter. Die Straße führt geradewegs nach Yula hinauf. Die
Gigantin nähert sich von westlicher Richtung. „Wir schaffen es, kurz vor ihr im
Dorf zu sein,“ sagt er. Während er sich auf die Straße konzentriert schauen die
Frauen weiter aus den Fenstern in Richtung Dia. Ritys Kopfkino wird von der
gewaltigen Erscheinung Dia Zernokas gefüttert. Sie sieht deren enormen Bauch
souverän blubbern. Schritt für Schritt. Ihre Gedanken kreisen und stellen sich
die ungeheure Kapazität des Magens vor, der jetzt voll von Erde und Bäumen sein
muss. „Wenigstens dürfte sie jetzt satt sein,“ meint sie kurz darauf.
Ein paar Serpentinen noch, dann
erreichen sie das Dorf. Yula ist eine Geisterstadt, niemand ist mehr da. Ein
einzelnes Auto mit vier ausländischen jungen Leuten rast durch die Hauptstraße.
Hinter ihnen wird es bereits dunkel, obwohl es noch nicht mal 10 Uhr ist. Die
80.000-Tonnen-Dia trifft ein. Ihr Schatten läuft die Straße nach oben. Auf
einem Platz wendet der Fahrer. BUMMM! BUUMMM! Die Straße ist gerade breit genug
für Dia, der die Häuschen gerade über die Knie reichen. Wenn sie wollte könnte
sie sie wegkicken. „Aussteigen, los!“ Hein öffnet die Fahrertüre. „Was machen
wir jetzt?“ will Zoe wissen und glotzt perplex an der näher kommenden Dia nach
oben. Der Kopf ist in 170 Metern Höhe, das weiß sie aus den Nachrichten. „Haaallllooooo!
Diiiiiaaaa,“ fängt Eli an und winkt mit beiden Armen. Doch nichts passiert.
BUMMMM! WAMMM! Staub presst sich unter den Sohlen der gewaltigen Barfüße
heraus, jedes Mal wenn sie auf den Asphalt donnern. „Das bringt doch nichts!“
Ritys Gesicht ist verzerrt, in ihrem Kopf senkt sich der [lexicon='Fuß',''][/lexicon] auf die kleine
Gruppe und zermalmt sie samt Auto. 300 Meter ist die mollig-sexy [lexicon='Riesin',''][/lexicon] noch
entfernt. Je näher sie kommt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie
vor lauter Oberweite nicht erkennt, wer direkt vor ihren Füßen winkt. „Los! Der
Kirchturm!“ Hein spurtet los, die drei Mädels hinterher. Gut, dass sie noch so
gut zu [lexicon='Fuß',''][/lexicon] sind, mit ihren Mitte zwanzig. Gut, Hein ist schon Anfang vierzig.
Sie erreichen die Kirche des
Ortes und mit einem 65 Meter hohen Kirchturm, dessen Spitze Dia bis fast zum
Schritt reicht, ist das schon was. „Hier rauf, ich aktiviere das Geläut!“ Die
jungen Frauen laufen die enge Treppe nach oben, Hein findet einen Schaltkasten
und aktiviert die Glocken. WAMMM! Crash! Dias großer Zeh zerschmettert das Auto
von Hein, sie hat es nicht gesehen. GONGGG! DONNGG! DINGGG! DONNNG!
Dia dreht ihren Kopf nach
rechts. Da steht die Kirche, in der jemand die Glocken läutet. Statt weiter
geradeaus zu gehen, wendet sie sich nach rechts. Ihre schönen dunklen Augen
fokussieren den Turm. Da ist wer und winkt mir zu, denkt Dia. Seit wann sind
Menschen so unvorsichtig. Sie leckt die Lippen. BUMM! BUUMM! Zwei Schritte
später steht sie vor der Kirche. Die Glocken hören auf zu läuten. Jetzt ist
auch Hein oben und winkt aus dem Fenster im Turm. Dia kniet sich vor die
Kirche. BUUUUMM! Steine bröckeln, ein Nachbarhaus kollabiert.
„Haaaallloooo,“ rufen sie im
Chor, „Diiiiaaaa! Wir sind eeees!“ Jetzt scheint die [lexicon='Riesin',''][/lexicon] sie zu erkennen. „Hein?
Zoe? Rity? Hey und Eli,“ ruft Dia, die nun vor dem Turm kniet. Zwei Riesenberge
aus Brüsten thronen blubbernd vor und seitlich dem obersten Turmfenster der
Arbeitskollegen. „Was macht ihr denn hier,“ will Dia sofort wissen und streckt
sofort ihre flache Hand hin. Die Winzlinge krabbeln über die 8-Meter-Finger auf
die Handfläche.
Fortsetzung folgt natürlich 