Kapitel 10
Jessica dachte darüber nach, jeden Kontinent zu besuchen und dort Chaos und Zerstörung zu verursachen. Europa würde den Atem anhalten wenn sie an Land kam, durch den Atlantik gewatet als ob es nur ein untiefer Teich wäre. Vorgegangen durch riesige Flutwellen würde sie jede Stadt, jedes Dorf zertreten unter ihren enormen Füssen. Amsterdam, Brüssel, Paris....
Sie würde so riesig werden das sie sich auf ganz Spanien setzen konnte, mit den Füssen auf Italien, ihre Zehen über Rom, Florence oder Milan kratzend. Jahrhunderte alte Gebäude würden nur noch Dreck unter ihre Zehnägel sein. Autos und Menschen auch, aber die waren ja zu winzig um sehen zu können. Weniger als Bakterien auf ihre Haut.
Jessica stellte sich vor wie sie Berlin und Wien plättete, Zagreb und Sofia, und natürlich alle anderen wichtigen Orte. Die Schweiz würde nicht mehr von den Alpen geschützt werden. Sie konnte einfach darüber hinweg stapfen als ob es Maulwurfhügel wären, oder das Gebirge, das feindliche Armeen so lange auf Abstand gehalten hatte einfach platt treten. Die großen, majestätischen Alpen, zu Pulver zerkrümelt oder in den Boden gepresst, wodurch die Schweiz nackt und ungeschützt zurückblieb. Aber darüber würden die Einwohner dort nicht lange trauern können, da sie Bern, Zürich und die anderen Orte einfach zerstörte indem sie sich darauf stellte.
Jessica seufzte glücklich. Sie, Berge in den Boden pressend. Sie, ganze Städte zerstörend durch spazieren. In ihren Gedanken sah sie ihre gewaltigen Füße, wie die auf einer Schweizer Stadt standen, jeden einzelne Gebäude bedeckend. Umringt von den Spitzen der plattgetretenen Alpen.
Etwa einen halben Meter aus der Erde ragend!
Danach fantasierte die Göttin darüber, wie sie weiter in Europa herumlief. Sie ging in die Osteuropäischen Steppen. Jede Stadt würde dort auch zertreten werden, wodurch der Name "Steppe" eine ganz neue Bezeichnung bekam. "Stapfen" statt "Steppen". Jessica lächelte.
Und dann war Afrika dran. Sie sah vor sich wie sie den Sand der Sahara in den Ozean pustete, mitsamt ganze Berber-, und Arabergesellschaften, und nur ein felsiges Niemandsland blieb übrig. Sie sah in ihren Geist wie sie auf den Dschungel stand, unzählige Pflanzen aus dem Boden reißend mit nichts anderes als ihre Zehen. Wie Unkraut im Garten, würde sie ein ganzer Dschungel jäten! Mit ihren göttlichen Zehen!
Sie würde hunderte Kilometer groß werden. Tausende. Bis ihr ganzer hintern Australien bedeckte! Jessica sah sich selbst über den kleinen Kontinent in die Hocke gehen, der war ja nun wirklich klein, mit ihren gewaltigen Arsch der drohend darüber hing. Dann ließ sie sich rückwärts fallen, ihren Hintern rammte auf die warme Landmasse. Australien sank im Ozean, als ob sie sich auf ein Gummikissen im Meer setzte.
Ein lautes Donnern brachte Jessica zur Realität zurück. Sie sah wie sich eine Pilzwolke um ihre Beine bildete.
"Ach, die Würmer denken das sie mich mit einer Atombombe kleinkriegen, eh?" sagte sie laut.
Die Bombe richtete allerdings keinen Schaden an. Ihr Pyjama war noch nicht mal verkohlt. Jessica war in der Tat eine Göttin, nichts was die Sterblichen machten konnte sie schädigen.
"Ihr wollt eine Massenvernichtungswaffe? Ich zeige euch eine!" Jessica grinste und wuchs wieder.
Der gesamte Nordamerikanische Kontinent krachte und zerbrach unter ihrem Gewicht. Sie zeigte die Amerikaner mal wie man etwas massenhaft vernichtete!
Ihr Körper schoss wieder hoch, er wurde 40 Kilometer... 60... 80... Als sie ganze 150 Kilometer groß war, stoppte Jessica das Wachstum. Sie war nun groß genug für was sie vorhatte.
"Seht mal, so macht man das“, donnerte sie so laut herab das der gesamte Kontinent sie hören konnte. Die Giga- Gigantin tat ein paar Schritte zurück (das heißt sie lief etwa 1.000 Kilometer) rannte wieder nach vorne und sprang. Von der Küste New Yorks regelrecht über den Atlantik.
Es war der beste Weitsprung aller Zeiten. Die 150 Kilometer- Frau flog durch die Luft, und kreierte so ein Luftzug der weltweit Katastrophen verursachen würde. Stürme und Orkane einer Skala die nie zuvor gemessen wurde entwickelten sich als Jessica über den Ozean segelte. Enorme Flutwellen folgten ihr. Ihren Körper war ja nun so massiv dass er eine gewaltige Schwerkraft erzeugte. Wie der Mond zog Jessica eine riesige Wassermenge mit sich, die eine Flut verursachte die auch wieder großen Schaden anrichtete.
Sie war im Stande über den ganzen Atlantik zu springen. Ihre Beinmuskeln waren so stark dass das einfach ging.
Dennoch waren die Stürme und Flut nichts verglichen mit dem Aufprall ihrer Landung. Sie kam an in Osteuropa, mit so einer Kraft das die ganze Erde bebte. Druckwellen ungeheueren Ausmaßes gingen ein halbes dutzend Mal über die gesamte Erde und zerstörten alles in ihrem Pfad. Gebirgsketten zerkrümelten zu Staub, Flüsse verschwanden, ganze Länder wurden einfach weggefegt. Nicht was der Mensch gemacht hatte blieb stehen, da ganze Städte in der Luft geworfen wurden bevor sie entweder auf einander landeten oder im Ozean. Kontinente zerbrachen, Meere wurden verlegt, Ecosysteme gerieten durcheinander. Zivilisationen endeten, etwa 90 % der Menschheit starb.
Und das alles nur, weil ein Mädchen gesprungen hatte. Jessica stand auf und sah Lava vom Planeteninneren aufquellen wo ihr Hintern gelandet war.
"Cool“, dachte sie. "Das machen wir noch mal. Ich frage mich ob ich auch über den Pazifik springen kann."
Jessica rannte und interessierte sich nicht dafür, dass sie die schon verwundete Erde mit ihren gewaltigen Schritten noch mehr beschädigte. Die Erdkruste brach wie ein trockener Keks, die Landschaft wurde noch mehr geändert. Jessicas Gewicht war so enorm das Eurasien in zwei Teile zerbrach. Eine riesige Linie entstand von Litauen bis Indien, wodurch Europa und ein Teil Asiens von dem Rest geschieden wurden. Wasser füllte den Riss auf und so entstand ein neues Meer.
Die Giga-Gigantin bemerkte das nicht. Interessierte sie auch nicht. Ein paar Dutzend Schritte, und sie erreichte die Küste von Süd-Ostasien. Es war für sie als ob sie über einen Sandstrand rannte. Jeder Schritt plättete eine Handvoll Städte auf einmal, noch mal Hunderttausende eventuelle Überlebende tötend und das Wetter ändernd. Als sie China, oder lieber gesagt, was noch von China übrig war erreichte, sprang sie erneut. Sie zielte auf Südamerika. Jessica wollte auf den Regenwald dort landen.
"YEE-HAH!!!" schrie die Göttin als sie wieder durch die Luft flog. Sie war so mächtig! Heute morgen, ein Niemand. Nun konnte sie einen ganzen Planeten zerstören.
BLAM! Jessica landete wieder.
Die Erde bebte abermals.
Unzählige Tonnen Dreck, vermischt mit was von der Zivilisation übrig war, Regenwald und Teile der Anden flogen überall hin. Jessica war nun in Brasilien. Sie lag auf den Regenwald als ob es ein Teppich aus Moos war. Der Fluss des Amazonas war kaum mehr als ein dünner Faden für sie, aber immerhin nass genug um ihr Pyjama zu durchnässen. Jessica spürte den kalten Strom und stand wieder auf. Aber dann bemerkte sie etwas Seltsames. Sie war nicht mehr auf der Erde.
Fortsetzung folgt.